Content-Marketing-Zeichnung

Content-Marketing, Teil 3/3: Social-Media

(Lesezeit: 5 Minuten)

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Schlechter Content schadet

Als Basis für exzellente Inhalte sind zuallererst gute Ideen gefragt. Gerade eben nicht einfach mal drauflosschreiben, wie in Teil 1 und 2 skizziert. Es kommt nicht darauf an, dass etwas gepostet wird, sondern was.

Reichweite braucht gute Inhalte. Gute Inhalte finden Reichweite.

Es kann gar nicht häufig genug betont werden, dass Google die die Gewohnheiten beim Surfen aller Suchenden ständig trackt. Sind die Signale (Verweildauer, das Weiterklicken auf angebotene Links eines Inhaltes etc.) relativ zum Umfeld positiv, verbessert sie das Ranking. Falls nicht, schadet schlechter Content sogar, denn der Algorithmus nimmt an, dass die Landingpage, die aus einem Suchergebnis angesteuert wurde, nicht relevant oder insgesamt für die entsprechenden Suchphrasen uninteressant ist.

Gespielte Freuden sind schädlicher
als authentische Launen

Bilder z. B. bei Facebook, die Gelassenheit und Fröhlichkeit demonstrieren sollen, denken wir an diese Szenen von Kuchen in der Personalküche, sind gelegentlich vertretbar. Sie wissen schon: Diese Bilder von den fast berauscht fröhlichen Sekretärinnen, die morgens um 07:00 Uhr Kuchen an die Kollegen verteilen, den sie bereits Stunden vorher um 04:00 Uhr mit Früchten aus der eigenen Zucht gebacken und fix und fertig portioniert verpackt haben.

Die Kollegen müssen sich dann als Tribut allesamt in der Personalküche versammeln, um für einen Augenblick, teils von Müdigkeit und anderen Sorgen gequält, in die Kamera zu lächeln. Im Post heißt es dann. „Lecker, lecker Kuchen: Andrea sorgt für einen lustig süßen Morgen bei Firma Mustermann.“ Die Leser spüren schnell, dass diese Szenen nicht authentisch sind.

Viele Posts sind gut gemeint – helfen aber nicht weiter. Nebenbei-Texte bleiben ohne Erfolge, wenn eine affine Content-Strategie, eine tiefere Message nicht erkennbar wird.

Die Content-Strategie muss keine Wissenschaft sein. Schon ein, zwei Leitthemen, wie bei und Content und Medien, sollten sich über die Zeit durchziehen, anstelle sich nur mit Angeboten oder allem möglichen zu beschäftigen, was gerade so einfällt.

Qualität vor Quantität

Nochmals ganz deutlich: Der Erfolg solcher oder ähnlicher Inhalte wird auch nach zehn Jahren und 300 weiteren solcher Posts z. B. bei Facebook nicht eintreten. User scrollen maximal 50 Beiträge nach unten. Alle weiteren Posts als ultimative Beweise höchster Fröhlichkeit im eigenen Betrieb sind annähernd zwecklos. Zudem teuer und ggf. auf Dauer sogar schädlich. Die erhoffte Wirkung von diesem Content ist weniger eine Frage der Quantität im Sinne vieler kleiner Posts, sondern von Qualität und inhaltlicher Gewichtung.

Der Glaube daran, dass alleine die Masse solcher Posts schon irgendwann den Erfolg bringen wird, ist ebenso schwer zu entkräften, wie sich ein Atom teilen lässt.

Dieser charmante Irrtum liefert solchen Marktbegleitern markante Wettbewerbsvorteile, die das für sich bereits erkannt haben.

Nehmen und Geben im Social-Media-Marketing

Reposten? Den anderen was gönnen? Freiwillig was geben? Ja, das wirkt, denn es heißt bereits sehr treffend Netzwerk, gerade nicht Einbahnstraße.

Mal etwas liken, auch von Wettbewerbern. Social Media bedeutet, mit den eigenen Followern zu interagieren, sich zu interessieren. Begeisterung für ein Thema. Dazu gehört auch Teilen von passenden Inhalten und nicht alleine auf die eigenen Posts schauen. Gönnen können. Fair sein und nette Kommentare für gute Einfälle und spannende Inhalte hinterlassen. Einen Gruß. Loben. Und ja, wer besonders stark ist, postet auch mal was von Kollegen, wenn es gut war.

Kunden erwarten einen offenen Kanal, auf dem sie interessante Themen finden und ein Stück weit unterhalten werden. Für unsere Gäste spielen wir auf unserer Party ja auch die Musik, die unseren Gästen gefällt und nicht nur unserem Geschmack entsprechend.

Druckereien haben hochinteressante Kunden

Themen müssen gar nicht immer den eigenen vier Wänden entspringen. Verschiedene größere Druckereien zeigen z. B. Tutorials oder Sammlungen zu atypischen Themen, ggf. mit Bezug zu den zehn wichtigsten Branchen der eigenen Kundschaft. Beiträge, die Kunden, so sie gerade Bedarf haben, auch sondieren. Mit Lesezeiten, die der Google-Algorithmus als Relevanz für bestimmte Suchphrasen wertet.

Gönnen können als Bedingung für gutes Content-Marketing

Zu der eigenen Bedürfnisgruppe (Kunden, Zulieferer, Geschäftspartner etc.) passende Inhalte zu finden, bedingt eine Analyse des eigenen Umfeldes. Was leisten die Kunden? Wie tun die Kunden meiner Kunden? Welche Branchen sind relevant? Was kann beigetragen werden bzw. was könnte interessieren?

Beliebt z. B. sind Porträts der eigenen Kunden im Content-Umfeld. Das ehrt diese Kunden. Zudem werden Leser emotional erreicht. Solche Synergien zu nutzen, dokumentiert zudem die Auseinandersetzung mit der Zielgruppe. Dabei entsteht deutlich mehr Trust und Authentizität als mit Bewertungs- oder Gütesiegeln à la eKomi.

Solch externe Themen aus dem Kreise der eigenen Bedürfnisgruppen gibt es reichlich. So ist die Medienbranche reich an kreativen Künstlern, die Printbuyern Ideen liefern können, Vorlagen, Dienstleistungen oder Inspiration. Content ist dann kein isolierter Vorgang, sondern ein Kreislauf, bestehend aus Analyse, Aufmerksamkeit und Recherche.

Hier findet sich der Stoff für eigene Posts, Fachbeiträge oder die Produktion sonstiger Inhalte, die wiederum in verschiedene teils zu der Recherche identische Kanäle zurückgeführt werden. Richtig gute Inhalte verbreiten sich früher oder später ganz von selber und pflanzen sich organisch und damit sehr solide weiter.

Social-Media-Marketing.

Nehmen und Geben im Content-Marketing. Dazu gehört auch, proaktiv nicht nur für die eigene Sache zu posten, sondern sich an dritten Social-Media-Aktivitäten zu beteiligen, selber zu liken oder zu teilen und somit auch in externen Kreisen ins Gespräch zu kommen. Bildquelle: Freepik.

Häufig besteht seitens von Unternehmen die Sorge, dass die eigenen Kunden kaum daran interessiert sind Teil eines publizierten Inhaltes zu werden. Große Dienstleister zeigen mittlerweile, dass dieses Prinzip funktioniert und die meisten Kunden sogar dabei helfen, Bilder oder Informationen bereitzustellen. Teilweise werden solche Beiträge sogar kundenseitig weiterverbreitet. Ein Netzwerk eben, keine Einbahnstraße.

Meistens ist der Grund dafür, diese so wichtige Bindung durch Einbindung bestimmter Kunden zu unterlassen, ein anderer: Einem Marktbegleiter soll keine Chancen gegeben werden, die so präsentierten Kunden abzuwerben. Doch die meisten Kunden kennen viele der eigenen Marktbegleiter eh schon. Wer sich dahingehend abschottet, wird im Regelfall mehr verlieren als gewinnen.

Content ist das Ergebnis von Nähe zur eigenen Zielgruppe.

Ein Druckereiblog als Basis für die sozialen Medien

Derweil scrollen wir ewig durch die Posts der sozialen Medien und ja: Langweilen uns nicht selten. Da fliegen täglich Hunderte, wenn nicht Tausende Bilder und Eindrücke an uns vorbei. Ein Post hat im Regelfall eine Halbwertzeit von zwei bis acht Sekunden, schwupp, das nächste Bild. Nicht geliket? Egal, weiter.

Wenn interessante Inhalte auch nicht beim ersten Mal wahrgenommen werden: Beharrlichkeit für wirklich gute, spannende Ideen zahlt sich aus. Die Druckerei-Community wird wachsen und sollte dann gezielt auch von sozialen Diensten auf die eigenen Online-Welten gelenkt werden.

Nicht nur in den eigenen Shop, sondern gerade auch auf weiterführende Inhalte wie einen Blog. Sich alleine auf die Reichweite der sozialen Dienste zu verlassen, könnte zudem fatal sein. Rasch könnten Algorithmen geändert werden und schon ist man für 50 Prozent seiner Follower nicht mehr direkt sichtbar. Bei Facebook so ähnlich alles schon passiert.

Score- und Label-Blindness

Vergleichbar mit der Ad-Blindness und der Media-Blindness, die wir im Internet, gleichwohl aber auch bei gedruckten Discountdrucksachen beobachten, gibt es mittlerweile eine Score-Blindness. Die Wirkung von Bewertungssiegeln verpufft größtenteils, auch da bestimmte Systeme leicht manipulierbar sind.

Fazit

Passende, aufeinander aufbauende, informative und spannende Texte, handgeschmiedet, mit korrekten technischen Parametern, eingebettet in eine Linkarchitektur und verbunden mit einer langfristigen Strategie hat ihren Preis ebenso, wie reguläre Werbung wie Banner- oder Suchmaschinenwerbung.

Betriebswirtschaftlich korrekt gerechnet, können so Wortpreise von 70 Cent bis einem Euro pro Wort, soweit Lektorate, Revisionen, vor allem aber die Strategie und ein definierter Prozess entwickelt wurden, mehr als gerechtfertigt sein. Enthalten sollten zudem

  • gut strukturierte interne Linkarchitekturen,
  • die richtige Verschlagwortung (Linkstruktur) sowie
  • eine tragfähige Lösung für die Distribution in soziale Kanäle sein.

Selbst wenn nur das Texten 400 bis 500 Euro für einen Fachartikel kosten würde und auch, wenn ein Fachbeitrag im Mittel nur 20 Interessierte Leser pro Monat erreicht, sind diese Kosten angesichts von alternativ dazu bezahlten Usern, die nicht selten drei, vier oder sogar sieben Euro kosten (z. B. Google AdWords), häufig schon in weniger als einem Jahr amortisiert.




  1. Alex

    Zu den Fehlern, die leider in unserem Fall auch eine “SEO-Agentur” gemacht hat, zählt ein Berg von Unwissenheit.

    Man hat uns auch mit tollen Listen und Balkendiagrammen geworben, wir haben alles in allem über die Zeit mehr als 30.000 Euro investiert und der Rücklauf ist echt dürftig. Auch hier ist das sehr gut beschrieben: https://tusche-online.de/seo-mythen/

    • Paulo

      Hallo Alex,

      wir haben die Erfahrung gemacht, dass man sich eben nicht auf Experten alleine verlassen kann, sondern selber informiert bleiben muss.
      Ob eine Agentur nun gut oder schlecht oder teuer oder günstig ist, besteht immer das Risiko, dass dir was erzählt wird, um Geld zu verdienen. Wir haben jetzt schon einige Agenturen für Onlinemarketing ausprobiert und dann zunehmend vieles einfach selber gemacht. Für Aufgaben, die wirklich tricky sind, ziehen wir echte Experten heran, die dann aber auch ihr Geld wert sind.


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