50 Jahre Greenpeace Festschrift – radikal ökologisch gedruckt

von | 2022 | Allgemein, Haptische Medien | 0 Kommentare

Titelbild des 280 Seiten dicken Bandes zum 50-jährigen Jubiläum von Greenpeace.

Die Umweltorganisation Greenpeace feiert ihr 50-jähriges internationales Jubiläum mit einer ausdrucksstarken Festschrift. Der 280 Seiten dicke Band dokumentiert in eindrucksvollen Bildern spektakuläre Greenpeace-Aktionen der letzten 50 Jahre und gibt Einblick in den mühsamen Alltag der Weltrettung. Möglich wurde dieses beeindruckende Werk durch das Zusammenspiel von klimapolitischer Verantwortung und die kompromisslose und verantwortungsbewusste Umsetzung höchster ökologischer Druckstandards.

Der Rechtsanwalt Irving Stowe und seine Frau Dorothy waren Ende der 1960er Jahre in der kanadischen Friedensbewegung aktiv. Mit weiteren Frauen und Männern aus der US-amerikanischen und kanadischen Antiatomkraft- und Pazifisten-Szene engagierten sie sich gegen die Atomtests der USA und gründeten in Vancouver das „Don’t Make a Wave Committee“, die Keimzelle der späteren Organisation Greenpeace. Dieses Komitee kam in der Absicht zusammen, eine Serie von Atombombentests zu verhindern und schon damals entstand das Grundrezept erfolgreicher Greenpeace-Strategien – nämlich die Kombination direkter gewaltfreier Aktionen und Medienarbeit.

Ein Folkkonzert war der Anfang von Greenpeace

Um das Startkapital für ihre Aktivitäten zu erhalten, wurde am 16. Oktober 1970 erst einmal ein Benefizkonzert organisiert. Hierfür konnte Irving Stowe die Musiker:innen Joan Baez, Joni Mitchell, James Taylor und Phil Ochs gewinnen. Die Künstler:innen verzichteten auf ihre Gagen, um eine Protestfahrt des Komitees nach Amchitka zu ermöglichen, um dort vor der Küste Alaskas den anstehenden Atomtest zu verhindern.

Das Konzert fand im Pacific Coliseum in Vancouver vor etwa 10.000 Zuhörer:innen statt, und die Erlöse (Eintritt: 3 Dollar pro Person) reichten aus, um die Aktion zu starten.

Fischkutter Phyllis Cormack, Bildquelle und copyright Greenpeace

Am 15. September 1971 charterten die Aktivist:innen des Don’t Make a Wave Committee den von John Cormack befehligten Fischkutter „Phyllis Cormack“ und setzten Segel in Richtung des Testgeländes mit der Absicht, den angesetzten zweiten Atomtest zu stören und die Zündung der Bomben zu verhindern. Doch die US Coast Guard fing die Phyllis Cormack mit ihrem Küstenwachschiff Confidence ab und zwang sie, zum Hafen zurückzukehren. Auf ihrer Rückkehr erfuhr die Mannschaft, dass in allen größeren Städten Kanadas Proteste stattfanden und die USA den zweiten unterirdischen Test auf November verschoben hatten. Die Versuche, mit einem zweiten gecharterten Schiff in die Testzone zu fahren, schlugen leider fehl, dennoch fanden bei Amchitka keine weiteren Atomtests mehr statt.

Die beiden Aktionen scheiterten zwar, doch eine Idee wurde geboren. Und mit ihr Greenpeace, die internationale Organisation, die sich besonders mit kreativen Aktionen vor Ort für die Umwelt stark macht. Seither sind ihre Aktivist:innen weltweit unterwegs, um Meere, Wälder, Menschen und Tiere zu retten. Sie stellen sich Konzernen in den Weg, wenn diese die Umwelt mit Öl, Plastik oder giftigem Müll verseuchen und damit auch immer weiter das Klima gefährden.

Inhaltseite „Greenpeace Views“, Bildquelle Druckerei Lokay

Mittlerweile ist Greenpeace zur größten und bedeutendsten Umweltorganisation auf 4.200 Mitarbeiter:innen, 62.000 Ehrenamtliche und 3 Mio. Mitglieder weltweit angewachsen und 2022 wird nun sogar die Chefin der Umweltorganisation Greenpeace, Jennifer Morgan, als Sonderbeauftragte der Bundesregierung für den Bereich Klimaschutz ins Auswärtige Amt berufen.

Greenpeace zu Besuch in Reinheim bei der Druckerei Lokay

Nach Reinheim in die Druckerei kam der Biologe und Kampagnenleiter Dr. Thomas Henningsen, der sich seit drei Jahrzehnten bei Greenpeace für den Urwald- und Meeresschutz engagiert. Wie es sich für einen umweltbewussten Aktivisten gehört, wollte er sich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass die Umweltdruckerei Lokay ein würdiger Druckpartner für das 280-Seiten starke Opus Maximus Oecologicus ist. Mit weniger als den höchsten Nachhaltigkeitsstandards wollte sich Greenpeace nicht zufriedengeben.

Inhaltseite der Festschrift „Greenpeace Views“, Bildquelle Druckerei Lokay

Denn wie Dr. Henningsen im Gespräch sagte:

„Es ist nicht mehr 5 vor 12, es ist längst halb eins! Das sollte auch Unternehmen klar sein.“

Daher wurde nicht nur das Unternehmen, sondern auch sein Chef Ralf Lokay auf Herz und Nieren geprüft. Und da die Druckerei Lokay schon seit über zwanzig Jahren zur deutschen Avantgarde nachhaltig zertifizierter Druckereien gehört, und in allen wesentlichen Produktionsprozessen die notwendigen Ansätze des betrieblichen Umweltschutzes eingeführt hat, bestand das Unternehmen diese akribische Überprüfung mit Bravour.

Cover „Greenpeace Views“ mit Prägestempel, Bildquelle Druckerei Lokay

Die lobende Kritik von Thomas Henningsen bescheinigte, dass Lokay in vielerlei Hinsicht ein Umwelt-Vorbild für viele andere Unternehmen sei – und für die nachhaltige Umsetzung der Festschrift „Greenpeace Views“ auf jeden Fall der beste Partner.

Ein großer Auftrag wird zum ökologischen Erfolg

Groß war der gesamte Auftrag, sowohl im Umfang wie der Auflage. Dass die bedeutendste und größte Umweltorganisation dieses Projekt dem kleinen Familienbetrieb Lokay aus dem Odenwald anvertraut hatte, spricht für die nachhaltige Unternehmensphilosophie des Unternehmens und seinem betrieblichen Engagement in Sachen Umweltschutz. Die gesamte Produktion ist mit dem wichtigsten Label für nachhaltige Druckprodukte, dem Blauen Engel DE-UZ 195. zertifiziert.

Umschlagproduktion der Festschrift Greenpeace View, Bildquelle Druckerei Lokay

Und noch eine Herausforderung galt es für das Unternehmen zu meistern:

Die aktuelle Papierkrise – denn auch Weltretter:innen müssen ab und zu gerettet werden!

Der Großauftrag von Greenpeace erreichte die Druckerei zu einem Zeitpunkt massiver, allgemeiner Papierknappheit. Jedes andere Druckunternehmen hätte wohl Mühe gehabt, rechtzeitig die gewaltige Menge des gewünschten Recyclingpapiers zu beschaffen. Lokay konnte es nur deshalb bewerkstelligen, weil es seit vielen Jahren eine beispielhaft hohe Recyclingpapierquote von fast 40 Prozent des Gesamtvolumens verarbeitet und daher ein besonders gutes Standing bei den Papierlieferanten hat. So konnte das Unternehmen der NGO Greenpeace trotz eines engen Zeitplans garantieren, den Band pünktlich zum Erscheinungstermin am 20. Januar auszuliefern.

Ein erstes Exemplar hielten Ralf Lokay und Dr. Henningsen sogar schon etwas früher in den Händen. Ende vergangenen Jahres fertigte Lokay in nur 8 Tagen eine kleine Vorabauflage, die Greenpeace als Geschenk unter einige Weihnachtsbäume legte.

Wie besonders dieses Weihnachtsgeschenk ist, kann Ralf Lokay gar nicht genug hervorheben:

„Es ist nicht nur ein schönes und interessantes Buch. Es ist ein Stück Geschichte – von der guten Sorte. Dieses Buch zeigt, mit was für einem Wahnsinns-Engagement Greenpeace sich in den letzten fünf Jahrzehnten für den Schutz unseres Planeten eingesetzt hat. Es war ein tolles Gefühl, dazu beizutragen, diese wichtigen, nein, überlebenswichtigen Themen in die Welt zu bringen.“

Amchitka, the 1970 concert that launched Greenpeace  – Die Musik zur Greenpeace-Gründung

Das Konzert wurde 1970 auf Band aufgezeichnet und die Bänder von Familie Stowe verwahrt. Die Stowes hatten nie das Geld, aber immer die Hoffnung gehabt, das Konzert irgendwann veröffentlichen zu können. Leider konnte die Familie die erforderlichen Restaurierungen nicht selbst durchführen und wusste auch nicht, wie man sich die Rechte am Mitschnitt sichern könnte.

Das änderte sich 2006, als John Timmins, Bruder eines Mitgliededs der Band Cowboy-Junkies, als Foundation Officer zu Greenpeace kam. Als Timmins von den Bändern erfuhr, besuchte er Barbara Stowe, Irvings Tochter, die ihm diese Geschichte erzählte. Timmins gelang es danach, Joni Mitchell und James Taylors Vertreter zu kontaktieren, um die erforderliche Erlaubnis zur Restaurierung der Bänder zu erhalten und die Rechte zur Veröffentlichung der Aufnahmen zu sichern. Das Benefizkonzert wurde dann im November 2009 durch Greenpeace als CD und Download-Album mit dem Namen Amchitka, the 1970 concert that launched Greenpeace veröffentlicht und wird seither über eine eigene Website vertrieben. Wer also reinhören will – es lohnt sich nicht nur für Fans von Greenpeace, Joni Mitchell und James Taylor, sondern für alle, die sich für Klimaschutz und Nachhaltigkeit einsetzen, denn auch der Aktivist und politische Folksänger, Phil Ochs, der leider viel zu früh verstarb, kommt dort nicht zu kurz.

Drucktechnische Details Jubiläumsband „Greenpeace Views

  • Startauflage: rund 9.000 Exemplare
  • Umfang: 280 Seiten Inhalt
  • Umschlagpapier: Enviro Value 100% Recyclingpapier Blauer Umweltengel 130 g/m²
  • Papier Inhalt: Enviro Value 100% Recyclingpapier Blauer Umweltengel 170 g/m²
  • Verarbeitung: matte Cellophanierung des Umschlags nach DE-UZ 195, Fadenheftung, gerader Rücken, 2,8 mm Graupappe,
  • Hochwertige Prägung des Titels auf dem Cover und dem Buchrücken
  • Kapitalband in Greenpeace-Grün
  • Vor- und Nachsatz: bedruckt
  • zusätzlich wurde ein kreisrundes Etikett aus Recyclingpapier mit der Aufschrift „Hope in Action – 50 Jahre Greenpeace“ auf dem Cover aufgeklebt

Der Jubiläumsband „Greenpeace Views“ ist im Delius Klasing Verlag erschienen und für 39.90 EURO Im Buchhandel und online erhältlich.

Guido Rochus Schmidt

Guido Rochus Schmidt

Autor, Umweltexperte, Fachtexter

Guido Rochus Schmidt war von 1979 bis 2013 Geschäftsführer der Ulenspiegel Druck GmbH, einer der bis heute nachhaltigsten Medien- und Druckdienstleister in Europa, bereits seit 1999 nach Verordnung der Europäischen Union mit EMAS zertifiziert. Als Umweltexperte betreute er von 1999 bis 2017 die ökologische Fortentwicklung des Unternehmens.

Seit 2017 berät der Experte Unternehmen bei allen Fragen der Nachhaltigen Medienproduktion.

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