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MADE BY HOMO SAPIENS

MADE BY HOMO SAPIENS

In den sozialen Channels ist das Angebot flippiger, skurriler, ekliger, lustiger und aufregender Posts riesig. Die reguläre Werbewelt ist hochkreativ. Wie bitte schön soll man da noch auffallen?

Gute Ideen sind Alleinstellung sind Abgrenzung.

Das Internet war noch nie so kreativ wie heute. Täglich erreichen uns Tausende neue Kreationen und Ideen von Bildern, die uns aufgrund der digitalen Vergleichbarkeit immer weniger fesseln oder unsere Aufmerksamkeit gewinnen. Content, das können Videos, Bilder, Podcasts, Texte, Charts oder Infografiken sein.

Da sitzen wir, egal ob vor dem Fernseher, Display oder Bildschirm, on- wie offline mit erstarrten Mimiken aus Fremdschämen, Verwunderung, Amüsement und Ekel vor Inhalten und wollen unterhalten werden. Für Publisher, Bringer von Nachrichten, Posts, Werbungen, Informationen oder Videos wird es immer schwieriger, sich zu profilieren. Besonders, da sich die Kanäle rasch weiter fragmentieren, quasi wie brechende Eisschollen.

98 Prozent des Contents versackt im Nirvana. Ein Problem, das die Werbewirtschaft schon seit Jahren mit normalen Werbebotschaften gut kennt. Nach wie vor gilt: Ein gutes, emotionales Bild sagt mehr als tausend Worte. Ohne Bild fällt ein Post in sozialen Medien kaum noch ins Gewicht.

Noch nie gab es so viele Kreative wie heute. Produziert wird allerdings immer mehr Digitalkreatives á la Adobe.

Automaten-Kreativität. Junk-Design, wenn man so will.

Ein Wisch in der News-Line und weg, auf zum nächsten Impuls.

Digitale Motive werden häufig von Usern entwickelt, die dann eher Techniker, denn Kreative sind, Programme bedienen können, aber immer weniger Fantasie brauchen oder einsetzen, um perfektes Bildmaterial zu erzeugen. Eine Community, die in immer schnelleren Zyklen Automatenbilder am Fließband produziert. Gerade die sozialen Netze schaufeln uns mit Eindrücken zu. Sie sprudeln über. Im Sekundentakt neue Nachrichten.

Ein emotionales Foto, selbst nur minimal fotografiert und nicht einmal digital bearbeitet, kann sich in diesem Umfeld optimal abgrenzen.

Analoge Bilder mit Ladung

Spannend und unterhaltsam sind auch die mittlerweile weit fortgeschrittenen Verflechtungen zwischen analoger Kunst und digitalem Grafikdesign. So entsteht Content, der herausragt, Aufmerksamkeit erregt und zugleich einen echten künstlerischen Anspruch hat. Quasi ein Motiv, plus Ladung mit zusätzlichen Attributen wie einer hinter dem Motiv stehenden Geschichte, die beispielsweise für Fairness, Charme, Extravaganz oder echte menschliche Kreativität stehen kann.

Bilder, die garantiert nicht technisch erzeugt werden konnten, sondern analog entstanden, können sehr gut performen. Made by Homo sapiens!

Content, der analog erzeugt wird, findet online mehr Aufmerksamkeit? Häufig ist es genau so.

Wie kann neue Kreativität
überhaupt noch auffallen?

Wir wollen diesen Zeitgeist der Bilder- und Motive-Inflation mit diesem unvorstellbaren Ausmaß nicht schlecht reden, sondern Beispiele zeigen, wie uns echte Kreative inmitten des Content-Monsuns noch erreichen. Was die von Menschenhand erzeugten Bilder aus der analogen Welt betrifft, haben wir eine kleine Auswahl von Künstlern zusammengestellt, die sich abseits digitaler Möglichkeiten ganz eigene Motiv-Welten geschaffen haben.

Und? Schauen Sie hin, mit einer gewissen Faszination? Genau.

Damit haben diese Bilder ihr Ziel erreicht – im Gegensatz zum Großteil vieler anderer Instant-Motive, die zwar häufig professionell sind, aber trotzdem im Bildermeer ertrinken, denn Gleichklang und Norm korrelieren mit Unsichtbarkeit.

Kreide aus Moskau
made by Homo sapiens

Elena Tatkina beispielsweise, kreiert Kunstwerke, die durchaus für Verpackungsdesign zum Einsatz kommen könnten, Logos in der Werbung oder auch als Kunstwerke für sich. Die zweifache Mutter ist Künstlerin aus Moskau, mit einem Faible für handfestes Material. Das Digitale liegt ihr weniger. Lieber nimmt sie echte Kreide in die Hand und kreiert sehr ausdrucksstarke Kreidebilder, zwischen dem Formaten DIN A6 bis DIN A2. Für die, die endlich mal wieder Non-Digital kreativ sein wollen, bietet die Russin Kurse und Unterrichtseinheiten an.

Elena Tatkina (Bild oben) aus Moskau hat sich der Kreidemalerei verschrieben. Eine Kunst, die sie auch unterrichtet. Um die Werke zu vollenden hat sie sich im Lauf der Zeit unzählige Kreiden zugelegt, denn die Farben lassen sich im Gegensatz zu Ölfarben weit weniger einfach mischen. Bildquelle: Elena Tatkina.

Dafür, dass die Darstellung von Farbnuancen mit Kreiden schwieriger ist als z. B. mit Ölfarben, bei denen die Tubeninhalte einfach gemischt werden können, sind die Bilder fantastisch farbenfroh. Tatkina liebt Pastellfarben und hat sich im Laufe der Zeit Hunderte von Kreiden zugelegt, um ein möglichst breites Farbspektrum darstellen zu können. So entstehen authentische Bilder, die meistens einen Bezug zur Natur haben, seien es Landschaftsbilder, Pflanzen oder Früchte. Dabei ist ihre Vorliebe für südländische Gefilde unübersehbar.

Kreative Interaktion
zwischen Realität und Kunst

Noch eine kreative Frau: Valerie Susik ist nicht weniger begabt. Sie lässt mit Wasserfarben gemalte Illustrationen beispielsweise von Hunden mit der Umwelt interagieren und fotografiert das Ergebnis. Das fällt auf und ist relativ anders. Und wenn es nur den Zweck erfüllt, die Kreative bekannter zu machen, gerade eben auch für ihre anderen sehenswerten Kreationen. Eine Kostprobe ihrer weiteren Hunde-Ilustrationen findet sich auf ihrem Instagram-Profil. Aufmerksamkeit, die neue Währung im Netz.

Illustrationen von Tieren

Die Künstlerin Valerie Susik gestaltet verschiedene Illustrationen außerhalb digitaler Räume. In einer Serie lässt sie Illustrationen von Hunden mit der Außenwelt interagieren. Bildquelle: Valerie Susik

Die Strichzeichnungen des Künstlers oder besser Life Media Artits Yacine Aït Kaci aka YAK passen in diese Zusammenstellung: Strichzeichnungen, die ebenfalls mit der Außenwelt interagieren. Simpel? Auf die Idee muss man erstmal kommen und so einfach wie es aussieht, dürfte es nicht sein. Derweil ist YAK schon recht bekannt und natürlich kann er mehr als diese raffinierten Strichzeichnungen.

Strichzeichnungen mit Umwelt kombiniert

Der Life Media Artist Yacine Aït Kaci aka YAK (Bild oben) hat Strichzeichnungen für sich entdeckt, die ebenfalls mit der Außenwelt interagieren. Bildquelle: Yacine Aït Kaci.

Bilder mit Miniaturen

Winzig, sogar sehr winzig sind die Miniaturbilder der japanische Künstlerin Minivenger, die einige ihrer Werke bei Instagram zeigt. Warum sie das mache, ist sie in einem Interview gefragt worden. „Weil mich schon immer winzige Dinge fasziniert haben“. Die Kreative hat aus ihrer Leidenschaft heraus längst eine stattliche Sammlung zusammen …, darf man sagen „gebastelt“, die seit Jahren Aufmerksamkeit im Internet findet. Solche Profile performen in sozialen Netzen unglaublich gut. Die Bilder faszinieren einfach. Sie fallen auf. Dann bringen sie die Erkenntnis, dass man mit einer Begabung, dem Material Polyclay (in diesem Fall) und Hingabe weitreichend Beachtung finden kann.

Miniaturen

Die japanische Künstlerin Minivenger liebt Miniaturbilder und fotografiert die Ergebnisse. Diese Bilder finden bereits seit einigen Jahren allergrößte Aufmerksamkeit. Bildquelle: Minivenger.

Visualisierte Redewendungen

Ganz anders versucht die Künstlerin für Artwork und Illustration Roisin Hahessy aufzufallen. Das klingt, wenn man es so ausdrückt, kaum angemessen, denn die Illustratorin bringt tatsächlich viel Begabung für die richtigen Szenen mit. Aber nicht nur das. Hahessy hat zudem auch gute Ideen auf Lager. Seit einiger Zeit werden einige ihre Bilder in sozialen Netzwerken gezeigt: Bilder von englischen Redewendungen. Auch hier gibt es eine Historie, die Geschichte hinter den Motiven:

Redewendungen Illustrationen

Die Künstlerin für Artwork und Illustration Roisin Hahessy kommt aus Dublin und wohnt heute in Brasilien. Dort unterrichtet sie Englisch. Dabei ist ihr die Komik von Redewendungen im englischen Sprachraum aufgefallen. Bildquelle: Roisin Hahessy.

Nach dem sie von Dublin nach Brasilien zog und dort Englisch unterrichtet, ist ihr die Komik verschiedener Redewendungen erst richtig aufgefallen. Da gäbe es im deutschen Sprachraum noch so einiges nachzuholen. „A Storm in a Teacup“ hat Roisin Hahessy z. B. gezeichnet, wozu die deutsche Redewendung „aus einer Mücke einen Elefanten machen“ gut passt, oder „as cool is as cucumber“, etwa: cool wie eine Gurke.

Ihre anderen Illustrationen sind mindestens genauso originell, z. B. den Koch mit der Katze (letzte Abbildung der untenstehenden Bilder). Die Illustrationen von  Roisin Hahessy sind auch zu kaufen  – sogar zu erschwinglichen Preisen.

Gute Idee bedeuten Abgrenzung und Alleinstellung. Wir wünschen maximale Inspiration – from Analog to Digital.

Über den Autor

MM-Redaktion

Wir sind Menschen, keine Bots. Unsere Fachbeiträge sind „made by Homo sapiens“. Copy/paste-Beiträge sind nicht unser Stil. Unsere Themen sind analoge versus digitale Medien und die jeweiligen Discount- oder Premium-Segmente, Schnittmengen und das Thema: Content-Marketing. Content-Marketing ist Kommunikation. Content-Marketing ist die Verbindung zwischen Kunden und einer Marke. Content-Marketing zählt zu den wichtigsten Marketingdisziplinen. Content-Marketing wird nach wie vor nicht immer richtig interpretiert. Content sind Inhalte. Medien sind Träger. Inhalte und Träger bilden eine Einheit.

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