Print & Digital Convention: Die Messe mit dem Mitnahme-Effekt?

von | 2022 | Nachhaltige Medien | 0 Kommentare

Die Print & Digital Convention ist eine Kongressmesse, die in allen Bereichen auch auf die Nachhaltige Medienproduktion und somit auf den Umwelt- und Klimaschutz einzahlt, im Speziellen u. a. auch durch den Kongress-Slot „Nachhaltige Medienproduktion“. Bildquelle: Bilder PDC, Kollage GPG GmbH.


Die Print & Digital Convention grenzt sich als Branchenevent klar vom Umfeld ab: Einerseits durch das Format der kombinierten Kongress-Messe. Andererseits durch den speziellen Programm-Mix: Besucher:innen und Aussteller:innen begegnen sich auf Augenhöhe. Kommunikation auf einem Level. Warum wir nach dem Event am 22./23. Juni mehr Nachhaltiges in der Tüte haben? Jürgen Zietlow weiß die Antwort.

Wären wir nicht gerne selbst Hipster: coole Start-ups und/oder erfolgreicher Marktführer mit üppigen Überschüssen? Ein Top 10-Unternehmen? Auch, wenn diese Attribute bei 99,9 Prozent von uns nicht exakt zutreffen, sind wir doch elementare Motoren für die deutsche Wirtschaft, faire Arbeitgeber:innen, mit Werten und Verantwortungsbewusstsein und immer häufiger auch nachhaltigen Überzeugungen. Wir modernisieren, modifizieren, dienstleisten und: überleben – häufig schon seit Generationen. Alleine das demonstriert unser Können, besonders in schwierigen Zeiten wie diesen. Kund:innen schätzen unsere Dienstleistungen, wir sind spezialisiert, engagiert und wichtige Instanzen des wirtschaftlichen Ganzen in unseren jeweiligen Regionen. 

Bei alledem sind wir jedoch, je nach Definition, zu 90 bis 95 Prozent keine großen Konzerne, sondern Klein- oder Kleinstunternehmer:innen – also 

sehr viele Davids, wenige Goliaths. 

Print & Digital Convention

Die Organisatoren der Print & Digital Convention werden dieser Realität gerecht. Verwunderlich, dass diese Würdigung im Messe- und Eventbusiness weitgehend einmalig ist – ein Novum und markantes Alleinstellungsmerkmal dieser Kongressmesse, auf der auch unser Thema, die professionelle Nachhaltige Medienproduktion, einen großen Raum findet. Das Thema ist ein Themenschwerpunkt auf dem Kongress, den die UmDEX-Gruppe mit zehn Vorträgen eigenständig administriert. 

 
Messestand UmDEX, Print & Digital Convention 2022

Messestand der unabhängigen Brancheninitiative UmDEX. Auch 2022 wieder unübersehbar im Foyer der Kongressmesse zu finden: mit insgesamt neun beteiligten Druckereien und kreativen, nachhaltigen Köpfen aus der Agenturszene. Bildquelle: PDC

The Day after?

Jeder kennt stattdessen auch solche Messen, die vermutlich lieber Shows wären: Dort sprachen wir vielleicht mit den Stars und Sternchen der Branche, dinierten mit Marktführern, theoretisierten über fiktive Entwicklungen  ‒ und nicht selten Utopien  ‒ und kamen womöglich viel zu schnell ins Träumen. Doch Hand aufs Herz: Schon während der Rückfahrt, auf der Autobahn, im Zug oder Flieger, fokussieren sich unser Gedanken bereits wieder auf das eigene Unternehmen – mit all diesen typischen kleinen und großen Aufgaben, die unseren Alltag dort schon morgen wieder bestimmen werden. Und unser Messe-Review? 

Tatsächlich haben wir nach einem Messebesuch oft kaum etwas Greifbares in der Tüte – einmal von Prospekten abgesehen. 

Utopia und die Wirklichkeit

Fehlen handfeste Gimmicks beim heimischen Sondieren der Messeunterlagen? Sind die geführten Gespräche schon nach wenigen Tagen wieder verblasst? Eine Messebilanz sollte so nüchtern ausfallen wie bei der Finanzbuchhaltung. Dann steht vielleicht unterm Strich:  

  • Soll: Vier Tage Zeit (inkl. Vorbereitung) zwei Übernachtungen, Reisekosten, Tickets.
  • Haben: Eine Tragetasche mit Prospekten, 18 Visitenkarten, anregende Gespräche, mal rausgekommen, aber vielleicht dennoch: außer Spesen nicht viel oder gar nichts gewesen? 

Fällt die Bilanzierung derart mäßig aus, dann liegt das häufig am

Prinzip: David besucht Goliath, 

denn Goliath hat real kein besonders großes Interesse daran, David zu supporten. 

Wenn Marktführer und hippe Start-ups einer Branche in Prospekten und auf Websites beworben werden, soll das bestimmte Fragen anstoßen: Wie haben die das bloß geschafft? Was machen die ganz Großen anders? Wie kann ich deren Geschäftsmodelle für mich nutzen? Einfach kopieren? 

Wie werde ich so erfolgreich wie die?

Die ehrliche Antwort müsste häufig sein: Gar nicht oder nur sehr bedingt, denn: Während die Marktführer:innen jährlich Millionen von Gewinnen einfahren und infolgedessen eher Steuersparmodelle, auch in Form von massiven Investitionen, auf dem Zettel stehen, sind Investitionen für die meisten kleineren Marktbegleiter:innen allenfalls in weniger üppigen Dimensionen wichtig, wenn überhaupt. Vielmehr geht es kleineren Unternehmer:innen eher darum, sichere Umsätze zu erwirtschaften, um Löhne und Verpflichtungen zu stemmen. Aktuell geht es bei vielen auch um Konsolidierung, ja sogar um wirtschaftlich vernünftigen Rückbau, nicht selten leider auch beim Personal. 

Gespräch im Foyer der Fachmesse Print & Digital Convention

Im Foyer der Print & Digital Convention begegnen sich Aussteller:innen und Besucher:innen auf Augenhöhe. Das Foyer verbindet alle Kongressräume und die große Ausstellerhalle (Stadthalle) und ist somit das kommunikative Zentrum der Kongressmesse. Bildquelle: f:mp.

Die Geschäftsmodelle der Marktführer einer jeweiligen Branche sind in mehrfachem Sinne, mit Blick auf  

  • die finanzielle Ausstattung,  
  • die jeweiligen Auftragsvolumen,
  • bei den Produktionsmöglichkeiten (Maschinenflotte),
  • der Marketingsteuerung bzw. -strategie etc.,

teils krass diametral zu denen der meisten kleineren Dienstleister. Best-Cases vonseiten der Marktführer können für die meisten Adressat:innen auf einer Fachmesse rasch zu einer Utopie werden. Etwa so, als würde sich ein Taxiunternehmen an einer großen Bus- oder Bahnlinie orientieren, mit Hunderten Bussen/Waggons. 

Beide befördern zwar Personen – trotzdem lassen sich die Geschäftsmodelle nicht 1:1 transformieren.

So flüssig zum Beispiel der digitaler Workflow eines ERP-Systems innerhalb eines Konzerns auch ist, kann eine 1:1-Adaption kleineren Unternehmen den Garaus machen. Die Implementierung braucht viele Hundert Stunden, gewaltige Ressourcen, fast immer entstehen zusätzliche, erhebliche Kosten. Das alles geschieht während des laufenden Betriebs. Sender und Empfänger kommunizieren auf Messen häufig also auf verschiedenen Frequenzen ‒ mag eine suggestive Werbung im Sinne von „lernen Sie von den Großen“, noch so verlockend klingen.

Die Superpower der Print & Digital Convention 

Damit ist die besondere Alleinstellung der Düsseldorfer Kongressmesse schon gut skizziert, denn die Print & Digital Convention hat diese Realität stets gewürdigt und ihr Konzept deshalb auf die Zielsetzung ausgerichtet:

greifbare, reale Mehrwerte für Besucher:innen zu generieren. 

Realismus, Praktikabilität? Besucher:innen und Aussteller:innen begegnen sich auf Augenhöhe. Wer die Messe kennt, der schätzt sie besonders

wegen ihrer Charakteristik der Kollegialität. 

Von Praktiker:innen – für Praktiker:innen: Vorträge und Gespräche finden auf denselben Levels statt. Mittelständler! Die Menschen vor und hinter den Messeständen bzw. die Speaker und die Auditorien triggern die gleichen Fragen, sie spielen in derselben Liga und verfolgen dieselben Ziele.

Dieses Klima ist für alle Beteiligten elementar. Immer wieder höre ich, dass nach der Messe wirklich Brauchbares in der Messe-Tüte steckt  ‒ die meisten Aussteller:innen sind seit der ersten Edition dabei. Zwar begegnen sich hier auch Wettbewerber, doch kommt kein Konkurrenzdenken auf. Stattdessen dieses für die PDC typische „Wir-Zusammen-Feeling“. 

Die USP? Die Chemie stimmt!

Exemplarisch seien die UmDEX- oder Creatura-Messestände und die begleitenden Vorträge erwähnt. Auf der letzten Messe 2021 haben sich Aussteller:innen und Besucher:innen konkret supportet. Praktische Tipps waren gefragt. Die Speaker auf dem Kongress, zumeist selbst Unternehmer:innen, haben und werden auch 2022 eben keine Werbe-Vorträge liefern. Stattdessen rollen die Expert:innen praktisch erprobte Erfolgskonzepte aus – und auch die Kehrseiten, mögliche Hürden und Stolpersteine. Authentisch, ohne Fassaden und Firlefanz. 

Die Protagonisten sind wir.

Die Frage, der wir uns auf der Print & Digital Convention widmen können, ist also nicht, wie David so werden kann wie Goliath, sondern, wie David Goliath so raffiniert und gescheit, wie schon in der biblischen Saga beschrieben, bezwingen bzw. neben Goliath erfolgreich existieren und wirtschaften kann.

Durch diesen kollegialen Geist wurde die Print & Digital Convention zur Wir-Gemeinsam-Messe.

Kongressraum auf der Print & Digital Convention 2022

Der Kongress bietet 30 Vorträge zu den Themen: Value Added Printing, Programmatic Printing sowie Nachhaltigkeit bei der Medienproduktion, in drei unterschiedlichen Kongressräumen.

Das ist neu auf der 2022er-Kongressmesse

Never change a running System? Die Optimierungen für 2022 sind gut mit denen eines neuen Golf-Modells vergleichbar, der sich von seinem Vorgänger zumeist nur in Nuancen unterscheidet, weil das Modell generell ausgereift ist. Neu oder anders ist 2022:  

  • Corona: Jeder dürfte sich über das Abklingen der Corona-Pandemie freuen. Die Veranstalter bitten zwar um Vorsicht und empfehlen die Einhaltung der klassischen AHA-Regeln. Die Sorge vor einer Ansteckung weicht aber der Lust am Netzwerken. 
  • Berufseinsteiger: Speziell für Absolventinnen und Absolventen von Hochschulen und Unis, die in vielen Branchensegmenten händeringend gesucht werden, wurden gehostete Führungen und Moderationen organisiert. 
  • Kongress: Aus vier Schwerpunktthemen des Kongresses (sog. Slots) wurden drei plus eins. Geboten sind die Tops: 1) Value Added Printing, 2) Marketing-Automation und Programmatic Printing sowie 3) Nachhaltige Medienproduktion.
  • Mehr Fokussierung beim Kongress: Die jeweils ersten Vorträge beginnen künftig 30 Minuten später, die letzten enden bis zu einer Stunde früher. Es bleiben 30 Vorträge an zwei Konferenztagen. 
  • Offene Bühne: Neu ist, dass die Speaker 2022 auch auf einer zusätzlichen Bühne in der Stadthalle (zu erreichen über das Foyer) anzutreffen sind. 
  • Abendevent: Nach Corona findet am ersten Messetag auch wieder ein Come-Together im Foyer statt, gleich nach Torschluss des ersten Messetages.  

Daneben freuen sich die Messeveranstalter über diverse neue Aussteller:innen.

Die Wir-Gemeinsam-Kongressmesse

Rüdiger Maaß übernahm 1998 die Geschäftsführung des Fachverband Medienproduktion e. V. (f:mp). Der Verband ist der Hauptinitiator der Print & Digital Convention. Generell funktioniert der Fachverband, entsprechend dem breiten Themenspektrum in der grafischen Industrie, als

Kommunikations-Logistiker,

besonders auch durch die seit vielen Jahren bestehenden Brancheninitiativen:

nebst Fachveranstaltungen, Workshops und diversen Onlineveranstaltungen. 

Diese Netzwerke sind in über 25 Jahren organisch gewachsen – 

die Kongressmesse Print & Digital Convention funktioniert in diesem Geiste als kommunikatives Face-to-Face-Format, quasi: One industry, one family!

Rüdiger Maaß

Kollage: GPG GmbH

Rüdiger Maaß sagt: „Die Kombination aus kurzweiligen, praxisorientierten Vorträgen, die generelle Zusammenstellung der Themen, eingebettet in drei Slots mit insgesamt 30 Vorträgen, das Aussteller-Format, der spezielle Aussteller-Mix, aber auch die große Networking-Area (Foyer) und jetzt ganz neu: die Bühne in der Stadthalle, interagieren in dieser Kombination optimal.“ Das motiviert auch die Aussteller:innen, von denen viele seit dem ersten Event 2018 dabei sind. 

Am zweiten Messetag der letzten 2021er-Messe strandeten zwar viele Besucher:innen durch den ersten heftigen Herbststurm „Ignatz“ irgendwo im Nirgendwo des Bahnnetzes  ‒ auch Aussteller:innen berichteten von Notübernachtungen nach der Messe. Doch unterm Strich punktete die Qualität der Gespräche, vergleichbar mit dem Onlinemarketing: allein der Traffic ist als Erfolgsindikator für eine Website nicht genug, wenn Relevanz fehlt.

Drei Fragen, fünf Antworten: Was ist die Superpower der PDC aus Ihrer Sicht?

Wir haben einige Aussteller:innen, die seit der ersten Edition 2018 dabei sind, gebeten, drei Fragen zu ergänzen, um zu skizzieren, warum sie auch 2022 wieder ausstellen:  

Thomas Schnettler

Kollage: GPG GmbH

Thomas Schnettler (Business Development, locr GmbH) bespielt die PDC seit 2018, ist auch 2022 wieder dabei und meint: 

  • Die PDC ist für mich im Vergleich zu anderen Messen „durch ihren Kongress-Charakter und das fachspezifische Publikum, das man dort trifft, die wichtigste Veranstaltung der Branche.
  • Das Besondere an der PDC ist … „der spannende Austausch mit den anderen Teilnehmern – endlich wieder vor Ort!
  • Am Messestand erfahren die Besucher:innen von mir … „wie standortbasiertes Marketing aussehen kann und was es im Bereich der Print-Personalisierung möglich macht.
Frank Denninghoff

Kollage: GPG GmbH

Frank Denninghoff (Geschäftsführer GRÄFE Druckveredelung GmbH) ist ebenfalls seit der ersten Edition, so auch 2022 wieder als Aussteller vor Ort: 

  • Die PDC ist für mich im Vergleich zu anderen Messen … „kompakter, direkter, überschaubarer.“
  • Das Besondere an der PDC ist„für mich die Kombination Messestand mit Gesprächen plus persönlichem Austausch auch mit den Ausstellern und den drei Vortragsslots mit interessanten Schwerpunktthemen.
  • Am Messestand erfahren die Besucher:innen von mir …. „wie man Print mit Veredelung attraktiv, ansprechend und wirksam macht – und dies unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten.
Gerhard Märtterer

Kollage: GPG GmbH

Dipl. Wirtsch. Ing. (FH) Gerhard Märtterer ( Alphapicture GmbH, Programmatic Print Alliance) moderierte und moderiert wieder den Slot Programmatic Printing auf dem Kongress, mit insgesamt zehn Vorträgen:  

  • Die PDC ist für mich im Vergleich zu anderen Messen … „kein Festival mit Schickimicki-Anmutung. Hier treffe ich die Entscheider in unaufgeregter Atmosphäre.“
  • Das Besondere an der PDC ist …  „dass ich hier Gespräche in einer Nähe und Persönlichkeit führen kann, wie sie auf den ganz großen Messen, wegen des Lärms und Trubels, gar nicht mehr funktionieren. Nirgends sonst bekomme ich an zwei Tagen derart geballtes Wissen aus verschiedenen Perspektiven vermittelt.“ 
  • Am Messestand erfahren die Besucher:innen von mir„auf Basis meiner 20-jährigen Spezialisierung, alles Wesentliche zum Thema (Print, Software, Trends, Technologien, Best-Cases etc.) ‒ allerdings nicht auf einem Messestand, sondern während der gesamten Messelaufzeit im Konferenzraum: Marketing Automation & Programmatic Printing.“ 
Michaela Deckelmann

Kollage: GPG GmbH

Michaela Deckelmann (Bereichsleitung Marketing, Inapa Deutschland GmbH). Der Papiergroßhändler bespielt die Kongressmesse seit der ersten Edition mit jeweils aktuellen Schwerpunktthemen. 

  • Die PDC ist für mich im Vergleich zu anderen Messen „so besonders, da sie dem Fachpublikum das Thema Digitaldruck, gepaart mit Multichannel Anwendungen in all seinen Facetten, derart umfangreich näherbringt und dabei aber auch sehr praxisorientiert agiert.
  • Das Besondere an der PDC ist … „dass die Fachbesucher:innen neben einem praxisorientierten Messeformat auch über Neuheiten, Trends und Visionen der Branche ganzheitlich informiert werden und sich diese zusätzlich in den Panelvorträgen zu allen relevanten Themen informieren können.
  • Am Messestand erfahren die Besucher:innen von mir …. „ bzw. von uns Neustes zu unserem kompletten Digitaldrucksortiment mit der Messeneuheit, dass enviro(r) polar nun auch für den Digitaldruck erhältlich ist sowie alles über die Color Copy Bannerformate.“
Steffen Eberth

Kollage: GPG GmbH

Steffen Eberth (Prokurist & Mitglied der Geschäftsleitung, johnen druck GmbH & Co. KG) beteiligt sich ebenfalls seit der 2018-Edition an der Kongressmesse. 

  • Die PDC ist für mich im Vergleich zu anderen Messen … „sehr fokussiert, zukunftsorientiert und thematisch zeitgemäß.
  • Das Besondere an der PDC ist(sind) die Zielgruppen. Die Atmosphäre für Aussteller und Besucher ist in dieser Form einzigartig.
  • Am Messestand erfahren die Besucher:innen von mir …. „wie man in der Zukunft mehrere Themen in einem System abwickeln und steuern kann. Dabei denken wir weit über die Denkweise herkömmlicher Druckereien hinaus.“

Kongress-Highlights der 22er-Edition

Jede Edition der Print & Digital Convention hat ihre besonderen Highlights. Nehmen Sie sich etwas Zeit, um sich auf der Website der Kongressmesse ein Bild von den vorherigen und der aktuellen Veranstaltung zu machen.  

Drei der sogenannten Slots (Schwerpunktthemen) werden, wie gewohnt, in den verschiedenen Konferenzräumen stattfinden, die über das große Foyer erreichbar sind. Kurze Wege. Neu ist die Bühne in der Stadthalle, die ebenfalls über das Foyer zugänglich ist. Je nach Blickwinkel (Agentur, Marketer, Druckerei etc.), sind sämtliche Vorträge empfehlenswert. Welche Vorträge schließlich in ihrem Terminkalender stehen, hängt an den Präferenzen. So ist auch die nachfolgende Auswahl unserer Tops nur ein Snapshot, keine Wertung: 

Slot 1: Value Added Printing

 „Value Added Printing ist die Zusatzausstattung von Printprodukten um Anwender:innen bzw. User:innen zu animieren, sich intensiver mit dem Printprodukt zu beschäftigen”: So fasst Rüdiger Maaß die VAP-Headline vereinfachend zusammen, obgleich das Thema ein Universum für sich ist: Druckveredelung, mit diversen Einzeldisziplinen, die Formatierung individueller Inhalte und Ansprachen (Programmatic Marketing: drucken mit Daten), Print-to-Web und Web-to-Print-Funktionen, Printed Electronics, Digital in Print und so vieles mehr. Auch die Auswahl unserer Favoriten zu diesem Slot ist keine Wertung: 

Link zum Programm, Tag 1

  • 10:00 Uhr: Rüdiger Maaß (Geschäftsführer Fachverband Medienproduktion e. V.) geht auf „den Schmerz“ in Bezug auf den boomenden Online-Handel ein, u. a. auf die Flut retournierter Pakete  ‒ alleine 2020 gab es 315 Millionen davon, mit Gesamtkosten von über 4 Milliarden Euro ‒ und rollt Ideen aus, diese Rücklaufquote z. B. durch kreative, interaktive Printprodukte zu senken.  
  • 15:30 Uhr: Jörg Hunsche (Market Development Manager, HP Deutschland GmbH) spricht über Lösungen, wie Brands und Markenartikler dem wachsenden Markt von Fälschungen und Plagiaten durch technische Lösungen bei Verpackungen und der Printkommunikation begegnen können  ‒ mit gewichtigen Argumenten für den Vertrieb diverser Printprodukte.  

Link zum Programm, Tag 2

  • 10:00 Uhr: Als Highlights des zweiten Tages im Slot Value Added Printing haben wir uns den Vortrag von Werner Gaulke (technischer Geschäftsführer der NFC21 GmbH) in den Kalender geschrieben. Denn wer hätte gedacht, dass die Nahfeldkommunikation nicht nur noch existiert, sondern heute ein nie dagewesenes Anwendungsspektrum bietet. Informationen lassen sich per Scan simpel austauschen, sei es auf Messen, bei der Inventarisierung oder bei Werbe- und Marketingmaßnahmen. 

Slot 2: Marketing-Automation, Programmatic Printing

Die Marketing-Automation ist eine Disziplin mit gewaltigen und branchenweit noch kaum genutzten Potenzialen und Ressourcen, besonders mit Blick auf die Nachhaltigkeit. Kampagnen gleichen heute immer noch einem Wasserrohr mit vielen Löchern: vorne werden 100 Liter angesogen, hinten kommen aber nur 3 Liter an. Dieses Verhältnis kann durch den Einsatz von Daten, in Verbindung mit flexiblem Digitaldruck, auf 100/30, also um ein Zehnfaches oder mehr, verbessert werden. Druckdienstleister:innen und Agenturen können hiermit wirklich noch enormes Potenzial heben, wenn sie die marktreifen und erprobten Strategien adaptieren. 

Link zum Programm, Tag 1

  • 10:00 Uhr: Trendscout Harry Steiert fasst zusammen, was im Markt heute bereits umgesetzt und Realität geworden ist.
  • 11:30 Uhr: Lars Schlimbach (Head of Partnermanagement & -Development Dialogmarketing Deutsche Post) spricht über Printmailings und Programmatic Advertising, mit Informationen aus erster Hand. 
  • 13:00 Uhr: So praktisch geht es weiter: Ulrich Gursky (Head of Communication, SSI Schäfer Shop GmbH) erklärt, wie das Gewicht des SSI-Schäfer-Shop-Katalogs, mittels Relevanz und Daten, ausgehend von 2,3 Kilo (35.000 Produkte) um fast 2 Kilo leichter wurde, obgleich der Katalog mittlerweile sogar noch mehr Produkte präsentiert. 
  • 15:30 Uhr: Wie verquickt man das älteste Massenmedium der Welt mit den modernsten Methoden des One-to-One Marketings? Gerhard Märtterer gilt als Koryphäe im Business der Marketing-Automation. Der Experte skizziert die Zukunft dieses Segments und erklärt die Ziele der 2022 gegründeten Brancheninitiative Programmatic Print Alliance.

Link zum Programm, Tag 2

  • 10:00 Uhr: Eines der Highlights am zweiten Kongresstag ist für uns der Vortrag von Dipl.-Ing. (FH) Ira Melaschuk (Melaschuk Medien). Die Expertin beschäftigt sich seit rund 15 Jahren mit Marketing- und Web-to-Print-Systemen und kennt deren jeweiligen Pros und Contras aus dem Effeff: Web-to-Print, Marketing Automation, Programmatic Printing, Digital-Marketing, Web-CMS oder Webshops: Ira Melaschuk referiert u. a. über die Zusammenführung bzw. Integration sogenannter Software-Insellösungen, die sich in vielen Unternehmen gebildet haben, mittels Microservice-, API-first- oder z. B. Best-of-Breed-Lösungen. 

Slot 3: Nachhaltige Medienproduktion (NMP)

Massiv steigende Energie- und Rohstoffkosten, „drohende“ direkte CO2-Preise nach dem Prinzip:

Wer Dreck macht, der zahlt,

zunehmende Erwartungen von Printbuyer:innen sowie auch amtliche, hochwertige Labels bzw. Zertifizierungen als fixe Ausschreibungskriterien bei immer mehr Preisanfragen: Während die professionelle Nachhaltigkeit bislang häufig noch als Nice-to-Have-Kriterium galt, hat die Must-have-Ära längst begonnen. Die Frage ist heute nicht mehr, ob sich der Aufwand für die NMP rentiert, sondern, ob es sich Unternehmen heute noch leisten können, auf die Assets einer ganzheitlich nachhaltigen Ausrichtung zu verzichten. 

Link zum Programm, Tag 1

  • 10:00 Uhr: Der Kommunikationswissenschaftler Guido Rochus Schmidt (ehem. Geschäftsführer bei Ulenspiegel Druck GmbH) und der autorisierte RAL-Berater Martin Lind (Geschäftsführer Industriedruck Brandenburg) stellen die wichtigsten nachhaltigen Druckprodukt-Labels vor und bieten u. a. eine Gegenüberstellung: 1) EU Ecolabel, 2) Blauer Engel DE-UZ 195 und 3) Cradle-to-Cradle. 
  • 11:30 Uhr / 13:00 Uhr: In zwei weiteren Vorträgen geht es um ein offizielles Highlight-Projekt im Rahmen der PDC und die Frage: Wie genau entsteht eine reale Verpackung mit ökosozialen Assets. Die Vorträge zoomen entlang des gesamten Workflows. Im ersten Vortrag treten die Marke (Mühle Glashütte GmbH), der Material-Lieferant (Koehler Paper Greiz) und die produzierende Druckerei (Langebartels & Jürgens GmbH) auf und erläutern Aufgaben und Lösungen  ‒ im Anschluss, um 13:00 Uhr, zeigen vier am Projekt beteiligte Kreativagenturen ihre jeweiligen Lösungen und sprechen über ihre Ideen und Entwürfe. 

Link zum Programm, Tag 2

  • 10:00 Uhr / 13:00 Uhr / 14:30 Uhr: Die Serie „Strategische Zukunftsfähigkeit von Print“ besteht aus 3 Parts: 1) Mythen und Fakten, 2) Marketing & Absatz sowie 3) Wirtschaftlichkeit,

stets vor der Kulisse der Nachhaltigen Medienproduktion. Agenturen, Marketers oder Druckdienstleister, die ihre nachhaltigen Aktivitäten verstärken oder professionalisieren möchten, können in diesen drei Vorträgen reichlich praktische Tipps eintüten, dargeboten von insgesamt acht Referent:innen aus der Agentur- und Druckwelt.  

Neu: Forum (Bühne) in der Stadthalle

Das offene Forum, eine Bühne in der Stadthalle, ist über das Foyer zugänglich. Dieses neue Format wird den Nutzen der Besucher:innen erweitern und die Messe zusätzlich beleben, denn zu fast jeder Uhrzeit informieren sich viele Messebesucher:innen in den drei zeitgleich stattfindenden  Kongress-Vorträgen und sind auf der Messe sodann quasi unsichtbar. 

Highlightprojekt auf der Print & Digital Convention

Eines der Highlightprojekte der Fachmesse 2021, in Kooperation mit Haribo. Bildquelle: PDC.

Highlights, Guide

Das Format „Highlight-Guide“, das die Print & Digital Convention in dieser Form exklusiv anbietet, zeigt Best Practice-Anwendungen, sehr nahe an authentischen Workflows oder auch als echte, reale Projekte, etwa das ökosoziale Verpackungsprojekt „Nachhaltigkeit trifft Verantwortung trifft Luxus“.  Andere Anwendungen sind die Plakatproduktion für eine Gin-Verpackung, eine Geomarketing-Kooperation zwischen dem Fachmagazin Druckmarkt und u. a. der locr GmbH, oder die Neuinterpretation des Kinderbuches „Berggorillas“ in Bezug auf die Personalisierung der Titelseite und der gesamten Formatierung (planliegendes Aufschlagverhalten). 

Daten und Fakten über die Kongressmesse Print & Digital Convention

Print & Digital Convention 20201

Zufahrt zur Kongressmesse PRINT & DIGITAL CONVENTION, vom 22. bis 23. Juni, im Kongresszentrum Düsseldorf. Bildquelle: PDC.

Nachfolgend finden Sie weitere, praktische Informationen für einen entspannten und effizienten Messebesuch: 

Anfahrt

  • Eingang CCD Stadthalle, Rotterdamerstraße 141, 40474 Düsseldorf, 
  • PKW – Parkplatz P5
  • Anfahrtsplan als PDF und als Website

Öffnungszeiten

  • Mittwoch, 22. Juni 2022: 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr (danach Abendevent)
  • Donnerstag, 23. Juni 2022: 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Tickets

Ticketshop

Preise

Besuch der Messe:

  • an einem der beiden Tage, ohne Kongressticket: 35,00 Euro
  • an beiden Tagen: 65,00 Euro

Besuch der Messe plus Teilnahme an allen Vorträgen des Kongresses 

  • je Tag: 185,00 Euro
  • an beiden Tagen: 235,00 Euro

Highlightprojekte, Guide

Siehe oben.

Übersicht der Projekte

Kongressprogramm

Slot 1 – Value Added Printing

Slot 2 – Marketing-Automation & Programmatic Printing

Slot 3 – Nachhaltige Medienproduktion

Neu(!): Stadthalle, vom Foyer aus erreichbar: FORUM

Partner der Messe

–          https://tdm.f-mp.de/partner 

Jürgen Zietlow

Jürgen Zietlow

Unternehmensberater für nachhaltige Kommunikation

Fachjournalist, Umwelt-Lobbyist | 2005 bis 2017 Chefredakteur Magazin MEDIEN | seit 2010 Analyst für nachhaltige Kommunikation, Social Monitoring/Media | Entwickler LineCore-Methode® (Recherche-/ Redaktionssystem).

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