Dank beherzten Unternehmern wie dem Geschäftsführer des Druckhauses DBM Berlin Mitte GmbH, Martin Lind, hat sich ein Umdenken bei vielen Printbuyern in puncto Nachhaltigkeit in Gang gesetzt. Lind war bereits häufiger Primus inter Pares beim Setzen von Standards. So wurde das Unternehmen schon 2015 als erste Druckerei mit dem neuen Blauen Engel für Drucksachen zertifiziert.

Martin Lind weiß ebenso wie seine Marktbegleiter, dass der Preiskampf bei Drucksachen zum sinnlosen Selbstzweck mutieren kann, denn Preise und Preise lassen sich nur selten 1:1 vergleichen – es kommt auf den Nährwert, den Dienstleistungsumfang an.

Vor allem darauf, mit welchen Extras Drucksachen zudem „geladen“ sind. Wer Print nachhaltig ordert, bekommt hochwertig bedrucktes Papier. Einerseits. Anderseits ein hochwertiges Image inklusive. Unternehmer wie Lind verkaufen dieses unsichtbare Extra quasi mit jeder Drucksache mit. Wohl dem Printbuyer, der diese Extras z. B. durch den Abdruck eines Labels wie dem Blauer Engel zu nutzen weiß.

Martin Lind, Druckhaus Berlin Mitte

Geschäftsführer, Druckhaus Berlin-Mitte GmbH, Martin Lind. Bildquelle: Druckhaus Berlin Mitte.

Nährwert, Mehrwert, Billigkeit

Hühnerfleisch z. B. gibt es zum Drittelpreis dessen, was einwandfreie Ware kosten sollte. Bewiesen ist längst, dass diese Discountwaren zum Großteil mit Keimen belastet sind. Laufend wird ekelerregend viel Antibiotika nachgewiesen.

Sparen macht Spaß! Koste es, was es wolle?

Sparen ist derart wichtig für uns Konsumenten, dass es uns regelmäßig gelingt, Fakten auszublenden, die absolut relevant sind. Fakten, die denen, die Budgets verantworten am Herzen liegen sollten: Controllern z. B., so sie nicht nur für einen günstigen Einkauf zuständig sind oder gleich die Budgetverantwortlichen.

Bei Print beobachten wir als Redakteure ganz Erstaunliches diesbezüglich. Selbst ausgebildete Betriebswirtschaftler lassen sich vom Zauber des Preises an sich schon einfangen. Offensichtlich sind die Emotionen über das Ersparte derart groß, dass die Fakten über die Wirkung verdrängt werden.

Dabei kaufen Printbuyer doch vielmehr die Wirkung und gerade nicht etwa in erster Linie eine billige Drucksachen.

Wer sich einen Mercedes kauft, bemerkt dann schon die Unterschiede zu einem VW-Polo. Auch hier geht es um Gefühle, Emotionen. Wie das Fahrzeug riecht, die Türen beim Schließen klingen oder sich Lenkrad und Armaturen anfühlen etc.

Im Grund ist das wie bei Print, wo die Mehrwerte durch eben solche Veredelungen oder auch Imageeffekte im Grunde sehr klar definiert werden können.

Doch häufig der Preis wichtiger als das Ziel oder die Preis-Leistung. Und Wirkungen, Aufmerksamkeit, Responsequoten? Welchen Eindruck möchten wir bei unseren Kunden hinterlassen? Geht es nicht um Alleinstellung und Differenzierung? Sollte unsere Printwerbung nicht in besonderer Weise auffallen, wenn wir uns schon für eine Kampagne entscheiden?

Je mehr gewöhnliche, massenweise gedruckte Drucksachen im Umlauf sind, desto unsichtbarer wird jede einzelne.

Wandel im Denken

Immerhin: Premiumdruckereien melden aktuell unisono wieder eine deutliche Verbesserung der Geschäftslage. Im Zeitalter von Media- und Digital-Blindness interessieren sich Kunden wieder plötzlich wieder für Qualität und suchen effektive Werbemittel, die sich im Umfeld billig gedruckter Massenwaren durchsetzen und reale Effekte erzielen. Solche Kunden denken konkret in Responsequoten und Umsatzzahlen, weniger in Einkaufspreisen. Das Ziel ist in diesem Falle das Ziel. So geht sachliche Betriebswirtschaft.

Budgetverantwortliche stellen zunehmend wieder die richtigen Fragen, nicht: Wer macht es mir billig? Vielmehr: Was ist seinen Preis wert?

Logik: Wäre das Ziel, billig einzukaufen, würden wir Dinge allein deshalb kaufen, weil sie nichts kosten. Und sonst? Da war doch noch die Orientierung auf das Ergebnis. Die Frage „Was will ich mit der Drucksache erreichen?“ ist einzig wichtig.

Was ist seinen Preis wert?

Drucksachen, die das Druckhaus Berlin Mitte verlassen, sind per se mit gutem Image geladen. Printbuyer lassen Labels auf ihren Drucksachen abbilden und bekennen sich gegenüber ihren Kunden. Gutes Image? Das wiegt oft mehr als die Drucksache selber.

Nachdem es so aussah, als würden die Bemühungen vom DBM und seinen Marktbegleitern im Umweltschutz gegen diese Sucht nach totaler Billigkeit verdampfen, zeichnet sich inmitten der Digitalisierung ein Trend ab, der sich langsamer als erwartet, aber sicher durchsetzt und aktuell zusätzliche Dynamik bekommt:

penny nachhaltiger Flyer

Große Ketten weisen immer deutlicher auf ihre nachhaltige Ausrichtung hin – auch auf ihren Drucksachen. Ungeachtet der Tatsache, wie ernsthaft nachhaltig dann tatsächlich wirklich agiert wird, sensibilisiert das die Empfänger von Drucksachen insgesamt für nachhaltige Drucksachen.

Große Printbuyer als Vorbilder

Kleinere Unternehmen orientieren sich mittlerweile häufig an den großen Mitstreitern und Marktführern aus ihren jeweiligen Umfeldern – und die setzen immer ehrgeiziger und konsequenter auf nachhaltige Drucksachen und zeigen dies auch, durch Abdrucken von entsprechenden Symbolen.

Dies ist teils mächtige Multiplikatoren für solche zertifiziert nachhaltigen Medien, wie sie die Berliner Traditionsdruckerei ihren Kunden anbietet.

Selbst Discounter wie Penny geben sich nicht mehr etwa nur mit einem Klimaneutral- oder FSC-Label auf ihren Broschüren zufrieden. Sie publizieren nachhaltige mehrseitige Broschüren, mit sehr konkreten Bekenntnissen zur Nachhaltigkeit. Sie gründen Labels, verpflichten sich und dokumentieren: Wir sind noch nicht perfekt, aber wir sind auf dem Weg.

Sensibilisierung für das nachhaltige Thema

Durch diese Präsenz gewöhnen sich Empfänger von Drucksachen an nachhaltige Standards. Für Printbuyer und Werbungtreibende, die Print grundsätzlich nur preis-, aber nicht ziel- bzw. imageorientiert bestellen, wächst damit das Risiko, dass aus dem vermeintlichen Printschnäppchen ein echtes Image-Fettnäpfchen wird, nur um noch die letzten fünf Prozent Druckkosten einzusparen.

Der Break-Even zwischen dem Wagnis, ungelabelte Discount-Drucksachen zu kaufen oder gelabelte Drucksachen, die Verantwortung dokumentieren verschiebt sich.

Ein besonderes Statement auf der Drucksache oder auch besonders auffällige Ausführungen werden zunehmend zu einer Selbstverständlichkeit.

Wenig bekannte Labels

Neben dem FSC-Label gab es bisher viel zu viele Umweltlabels und Zertifikate die kaum bekannt waren. Viele Empfänger von Drucksachen wissen jedoch, dass  der FSC für einigermaßen nachhaltige Forstwirtschaft steht. Doch was ist mit den übrigen Bestandteilen einer Drucksache? Wie wird sie tatsächlich produziert? Steht das Unternehmen auch sonst zum Umweltschutz? Der FSC liefert hierzu definitiv keine annähernd belastbare Aussage.

Logo Blauer Engel

Das Logo „Blauer Engel“ ist das bekannteste unter den Umweltlabels und war bisher für einzelne Druckaufträge nur mit großem Mehraufwand zu erhalten. Mittlerweile können Printbuyer das Logo erheblich schneller erhalten und abdrucken, wenn die Druckerei insgesamt zertifiziert ist.