Let’s talk about Artificial Intelligence! In Bezug auf Medien und Kreativität ein Muss. Die Frage: Wie verändert künstliche Intelligenz unsere Kreativität?

Die Fakultät Gestaltung Hildesheim wird dieser Frage am 24.11.2017 in Rahmen der Konferenz Design-Zoom nachgehen. Wir sind eingeladen. 

Konferenz Mensch gegen Maschine?

Beispielsweise Adobes weitreichendes Applikations-Set mit Klassikern wie InDesign, Photoshop oder Illustrator wird laufend um neue Flatlearning bzw. Flatdesign-Komponenten wie Adobe Spark, Adobe Portfolio oder auch um Tools wie Adobe XD CC erweitert, ein Programm, mit dem die digitalen Erlebniserfahrungen (User Experience) oder auch die Klickpfade beim Surfen relativ simpel kreiert werden können. Daneben drängen immer mehr Flat- und Microsoftwares in den Markt, mit denen auch Semiprofessionelle relativ einfach kreativ sein können.

Die Idee der Design-Zoom-Konferenz ist, mit Lehrenden, Designern und Studierenden ins Gespräch zu kommen, wie sich die Disziplin in den kommenden Jahren verändern wird. So heißt es:

„Für neue, wegweisende Designlösungen im 21. Jahrhundert ist es notwendig, sich intensiver mit gesellschaftlichen Prozessen auseinanderzusetzen und sich zur produktiven Intelligenz des Designs zu bekennen. Automatisierte Systeme und selbstlernende Algorithmen übernehmen nach und nach die Arbeit der Menschen und »vereinfachen« Abläufe.“

Die Konferenz will herausfinden, wie diese Entwicklung die Arbeit von Kreativen und die Kreation an sich verändert, zu der für uns insbesondere die Produktion von Content im Sinne von klassischen Fachbeiträgen zählt. U. a. Im Fachartikel Künstliche versus menschliche Kreativität sind wir dieser Frage bereits nachgegangen.

Die Konferenz teilt die Slots der Speaker zeitlich in drei Tages-Zeitzonen:

  • CREATE: Veränderungen der Berufsbilder als Ergebnis der Digitalisierung,
  • USE: Künstliche Intelligenz der Gegenwart und
  • THINK: Kritik und Perspektiven.

Auf der Speaker-Timeline der offiziellen Einladung finden sich honorige Gäste mit viel Expertise zum Thema:

  • Agnieszka Walorska, Creative Construction, mit dem Thema: Künstliche Intelligenz & UX Design
Bild von agnieszka_walorska

Agnieszka Walorska. Bildquelle: Design-Zoom.

 

 

 

 

 

 

 

Nico Weckerle / Telekom, mit dem Thema: Verwischte Linien im Marketing, Digital is blurring the lines

Bild von Nico Weckerle

Nico Weckerle. Bildquelle: Deisgn-Zoom.

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Didier StrickerAugmented Vision DFKI, spricht über Augmented Reality

Prof. Dr. Didier Stricker

Prof. Dr. Didier Stricker. Bildquelle: Design-Zoom.

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Michael ZöllnerInteraction Design Hochschule Hof, gibt einen Ausblick darüber, wie sich Workflows im Design ändern

Prod. Dr. Michael Zöllner

Prof. Michal Zöllner. Bildquelle Design-Zoom.

 

 

 

 

 

 

 

Philip BehrSinnerSchrader, spricht über kollaboratives Design

Bild von Philip Behr

Philip Behr. Bildquelle: Design-Zoom

 

 

 

 

 

 

 

Georg Tiemann, Crossmedia, sieht KI als Next Big Thing und spricht über Automation und Programmatic

Bild von Georg Tiemann.

Georg Tiemann. Bildquelle: Design-Zoom

 

 

 

 

 

 

 

Christian Glessnerhololux, spricht in dem Vortrag „Artificial Intelligence meets Mixed Reality“ über die Verschmelzung digitaler und analoger Welten

Über reale Gefahren der künstlichen Intelligenz spricht Christian Schülkeschuelke.net und

Bild von Christian Glessner.

Christian Glessner. Bildquelle: Design-Zoom

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Martin BrüchertCorporate Technology Foresight Fraunhofer INT, gewährt einen Einblick in die digitale Welt von morgen. 

Bild von Dr. Martin Brüchert.

Dr. Martin Brüchert. Bildquelle: Dr. Martin Brüchert.

 

 

 

 

 

 

 

Wir werden über Twitter unter den Hashtag #madebyhomosapiens live darüber berichten.

Viele Experten sehen die Entwicklung einerseits mit Begeisterung und halten sie für alternativlos. Im gleichen Atemzug äußern sie sich jedoch besorgt, denn längst scheint bewiesen, dass die vierte industrielle Revolution, das Industrie 4.0, die erste ist, bei der signifikant weniger neue Jobs entstehen als substituiert werden.

Somit müssten auch gesellschaftliche Dogmas und Denkmuster revolutioniert werden, da sich der deutlich zu erkennende Trend fortsetzt und immer größere Teile der Gesellschaft wenn auch nicht arm, dann jedoch in Nähe zur Armut leben – trotz zwei oder drei Jobs.

Neue Geschäftsmodelle
klassischer Einzeldienstleistungen

Immer mehr Applikationen oder Microservices mit immer kleineren Umfängen und Steuerungsmöglichkeiten drängen in die Märkte oder, analog dazu, in sich ebenfalls immer weiter fragmentierende Teilmärkte, um dort durch immer leichter zu bedienende Interfaces und mittels zunehmend fertiger und kombinierbarer Design- oder Code-Elemente immer mehr, immer schnelleren Output von Kreativität aller Art zu ermöglichen.

Ein Horror für solche Programmierer, die gerne bei den alten Strukturen mit weniger Emanzipierung der Endkunden geblieben wären, mit weniger Wettbewerb aus dem Netz. Andererseits eine Demokratisierung für weniger verkaufstalentierte Informatiker mit kleinen Marketingbudgets, die bereit sind, sich neben der reinen Programmierung selber ins Getümmel von Online-Communitys zu stürzen. Solche Plattformen nämlich, die von anderen Informatikern als Vermarktungsplattformen für Softwares entwickelt wurden.

Box mit der Aufschrift: Software Snack.

Softwares und Module fragmentieren sich rasch zu kleinen oder kleinsten sogenannten Microservices: Mini-Module, die zu größeren Apparaten per Schnittstelle verbunden werden können. Bildquelle: GPG

Warum nach Kreativen
auch Programmierer umdenken mussten

Dort kann, so die teils bereits reale Vision, jeder Informatiker seine Dienstleistung meistens zwar nicht mehr wie gewohnt als komplettes Konstrukt oder als die eine große Software an wenige Kunden verkaufen, sondern stattdessen Microservice-Module oder Plug-ins, jedenfalls theoretisch, gleich an eine Vielzahl von Kunden verkaufen, die solche Software-Einzelteile sodann selber zu größeren Systemen „zusammenstecken“ können. Theoretisch.

Gegenwärtig sind Softwares einerseits ziemlich gewaltig, denken wir an allumfassende ERP-Systeme, nicht selten, um Kunden umfassend und möglichst fundamental zu binden. Wir erleben dies gerade im Bereich Content-Marketing, wo häufig mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird und meistens viel zu große Systeme mit geradezu aggressiven Methoden vermarktet werden.

Oder sie fragmentieren sich laufend weiter zu sehr kleinen Teilen, zu Microservices. Das Mittelfeld dünnte sich zwischenzeitlich aus. Da müssen sich nicht nur Programmierer gewaltig umstellen, sondern auch Entscheider, die natürlich das Beste für ihre Projekte wollen und nach zukunftsweisenden Lösungen suchen.

Ein gutes Beispiel für die dramatischen Veränderungen der letzten Jahre im Bereich kreativer Tools liefern sog. Content-Management-Systeme wie WordPress, mit denen vollständige Websites ins Netz gestellt werden können. Während noch vor einigen Jahren, bis in die Gegenwart, von IT-Schmieden eigens programmierte CMS-Systeme angeboten und vergleichsweise teuer abgerechnet wurden bzw. werden, sind mittlerweile sehr mächtige Systeme wie WordPress, Typo3, Contao oder Drupal kostenfrei erhältlich.

Folgen der Digitalisierung:
Weniger große, mehr kleine Jobs

Für Kreative, die bisher für Webdesign viel Handarbeit investiert und abgerechnet haben, sind mittlerweile selbst Handgriffe wie UX- bzw. UI-Design (User Experience, User Interface: Gestaltung der Bedieneroberfläche von Websites), die der Verbesserung von Nutzererfahrungen beim Surfen auf Websites dienen, kein sicheres Geschäft mehr. Abertausende sog. Themes (komplett fertig designte Websites für unterschiedliche Branchen und Zwecke), werden meistens für deutlich weniger als 100 Euro angeboten und können mit wenigen Klicks in vorgenannte Content-Management-Systeme integriert werden.

Schlechte Zeiten also für Kreative und Informatiker oder eher eine Demokratisierung für Einzelkämpfer?

Neben diesen Basistechnologien, bei denen sowohl die CMS-Systeme kostenfrei sind und zudem fertig kreierte und optisch sehr ansprechende Themes günstig integriert werden können, sorgen zudem Zehntausende von sog. Plug-ins (WordPress mit rund 45.000 Plug-ins) dafür, dass Websites ohne großen Aufwand mit weiteren Funktionen ausgestattet werden können: Newsletter, Kontaktformulare, Zähler, interaktive Karten, Foren, Bewertungssysteme, mittlerweile sehr umfangreiche Shops, Mitgliederverwaltungen, SEO-Tools und sehr viel mehr.

Für die Fragestellung der Automation von Kreativität ist diese Fragmentierung, sind diese neuen Geschäftsmodelle von Belang.

Im Kern bedeutet diese Veränderung: Weg vom Designen oder Programmieren für wenige Kunden für relativ gute Honorare, hin zum Zuliefern von kleinen und sehr günstig verkauften Zusatzprogrammen (Plug-ins) oder grafisch fertigen Website-Themen (Themes) für CMS-Systeme wie WordPress oder auch hin zum Liefern sehr kleiner Softwaremodule (Microsoftwares) für sog. Collaboration-Tool-Initiatoren wie Slackbot oder Zapier, die sich mit Millionen von Zugriffen interessierter Käufer als Marktplatz für solche Produkte etabliert haben.

Fast-Food-Boxen mit der Aufschrift Softwarenbox

Verschiedene Softwares sind immer einfacher über große Marktplätze im Internet zu beziehen, lassen sich zunehmend leichter bedienen und nehmen den Usern zunehmend mehr Arbeitsschritte ab.

Umwälzungen mit politischer Sprengkraft

Informatiker bekommen statt einigen Hundert oder Tausend Euro für einen Verkauf nur noch z. B. 20 oder 40 Euro von Käufern, können dafür jedoch wenigstens mit einer gewissen Quantität von Verkäufen rechnen. Kreative kennen die Entwicklung längst, denken wir an die großen Stockfotodienstleister, die Bilder, Templates, Mockups, Videos oder Animationen entweder gratis oder aber gegen geringste Gebühren weitergeben. Auch hier soll es die Masse der Abverkäufe richten.

Für Kreative und jetzt teilweise eben auch Programmierer sind die Honorare für einen Abverkauf also dramatisch geringer als gegenüber exklusiven Kunden. Diese Endkunden wiederum sparen für immer üppiger angebotene Funktion und Kreationen von der Stange enormes Geld, da sie statt einigen Tausend oder Hundert Euro für ein Bild, Design oder Teile einer Software dank solcher Marktplätze jetzt nur noch wenige Euro bei der direkten Bestellung über einen Onlineshop bezahlen müssen. Wem das genügt und wer auf individuellere Anforderungen verzichtet, kann hier mit kleinem Budget einiges erreichen. Wir kennen das bereits von Discount-Drucksachen, bei denen Printbuyer jedoch ebenfalls keine große Individualität erwarten dürfen. 

Der Reiz für Zehntausende von Produzenten dieser IT- oder Kreativ-Dienstleistungen liegt bei der Diversifizierung von einmal erstellten Leistungen.

Die Lieferanten von Softwaremodulen müssen allerdings schon Hunderte solcher Bausteine verkaufen, um schließlich das gleiche Geld in der Tasche zu haben. Oder Kreative Hunderte, wenn nicht Tausende von Bildern über Stockfotodienstleister. Trotz aller Verlockungen ist es für viele Dienstleister schwieriger geworden. Gerade hier rückt die Welt rasant zusammen:

IT-Schmieden aus Rumänien, Russland, China oder Indien bieten Softwares für brutal kleines Geld an, können aber mit anderen Nebenkosten rechnen.

Im Bereich von Microservices finden sich kaum noch zu überblickende Massen von Softwares oder Softwarefragmenten, die sich per Schnittstellen (z. B. REST, Representational State Transfer, ein Programmierparadigma für verteilte Systeme, speziell Webservices) mit anderen Applikationen zu größeren Apparaten verbinden lassen.

Beispiele für Microservices:
Softwares und Communitys in einem

Nur einige Beispiele, um das Prinzip der Digitalisierung zu verdeutlichen:

  • Da gibt es zahllose Data-Mining-Communitys, bei denen wir z. B. kreative Trends (Buzzwords), Blogger, Influencer und verschiedenste Informationen automatisch nach Keywords oder Phrasen sammeln, gruppieren, sortieren oder wahlweise auch interaktiv und auf ganz unterschiedliche Weise verwerten oder wiederum sogar automatisch „weitersenden“ können, denken wir nur an Feedly oder Buffer, zwei von Hunderten Anbietern in diesem Informations-Dealer-Network,
  • unzählige Online-Editoren für kreative Doings, wahlweise
    • für die Erstellung von Charts oder Diagrammen wie z. B. iChart oder draw.io,
    • für die Generierung von Infografiken und Schaubildern, denken wir an easel.ly oder infogr.am,
    • zum Erstellen und Do-it-yourself-Programmieren von Onlinerechnern für alle möglichen Zwecke,
    • zum Kreieren interaktiver Designs oder Grafiken,
    • zur kinderleichten Erzeugung vorformatierter Bilder in Social-Media-gerechten Formaten für Twitter, Instagram, Google+, Facebook, Snapchat etc.
    • für Header-Bilder diverser vorgenannter Social-Media-Channels,
    • für die blitzschnelle Erzeugung von Bilder-Arrangements (Flyer, Folder, Plakate und vieles mehr), z. B. mit Canva oder Crello oder auch
    • zur Erstellung webbasierte Umfragen- oder Scrollytelling-Angebote.

Zusätzlich finden sich weitere unzählige webbasierte Applikationen für kollaborative Zwecke bei organisatorischen Aufgaben wie:

  • Trello, Evernote oder z. B. Asana zum teamgesteuerten, onlinebasierten Verwalten von To-do-Listen für Teams.
  • Onlinebasierte Datenspeicher wie Dropbox, Box, Google-Drive, SharePoint oder OneDrive (Microsoft), WeTransfer und so weiter.
  • Hunderte SEO-Optimierungs-Tools wie Sistrix, Linkbird, Ryte (früher OnePage), SEMrush, Seolingo und unzählbare weitere Apparate.
  • Klassische kaufmännische Tools für verschiedenste Aufgaben wie Angebots-, Rechnungs- und Mahnwesen, CRM (Kundenmanagement) etc.
  • Ständig neue Softwarefragmente, die uns das Geschäftsleben in vielen anderen Bereichen erleichtern sollen.

Wir wollen hier nur skizzenhaft und exemplarisch sehr wenige kreative und kollaborative Applikationsbereiche nennen, nur um die Wucht der Vielfalt und Fragmentierung bzw. Liquidierung der Softwarestruktur darzulegen. Natürlich gibt es daneben noch sehr viele weitere Bereiche, denken wir nur an Shop-Software, Affiliate-Dienstleister oder die vielen Onlinebewertungs-Dienstleister wie Trusted Shops.

Wer den Markt, die Funktionen, vor allem aber die kommunikativen Schnittstellen und somit Channels für eigene Reichweiten kennt, kann die Softwares sowohl im Sinne ihrer Funktionen als auch für kommunikative Zwecke nutzen. Grundsätzlich eine klassische Aufgabe von SEO-Agenturen, die diese Fülle häufig jedoch nur mangelhaft überblicken.

Noch weiter geht das sogenannte Social-Media-Prisma.

So heißt es auf ethority.de: „Das Social Media Prisma zeigt die Landschaft der Social Media mit allen relevanten Kanälen und gilt nun seit Jahren als der Qualitätsstandard für die relevantesten Social Media Plattformen, Tools und Anbieter. So werden insgesamt 250+ Anbieter in 25 Kategorien aufgelistet.“

Hier zeigt sich die Fülle an Möglichkeiten und Verbindung zwischen Dienstleistung, Reichweite, Software und Network!

Social-Media-Prisma.

Social Media Prisma 2017/2018 // Top 250 Social Media Networks, Plattformen, Apps & Tools. Bildquelle: https://ethority.de/social-media-prisma/

Bei der Content-Produktion bleibt
der Homo sapiens als Individuum gefragt

Fast vollständig ausgeschlossen von dieser Automation, Fragmentierung und massenweisen Substituierung individueller Programme und kreativer Elemente ist der klassische Content, der von kompromissloser Einzigartigkeit abhängt, denken wir an geschriebene Fachbeiträge. Ausnahmen bilden hier allenfalls Roboter-Texte z. B. für Sport- oder Börsenmeldungen, gleichwohl mit enormen Einschränkungen gegenüber der menschlichen Fähigkeit, Kontexte zu verstehen und formulieren.  mit Drei wesentliche Merkmale sorgen dafür:

  1. Entgegen grafischen Elementen und Programmen muss Content sowohl gegenüber den Usern als auch aus Sicht des Onlinemarketings einzigartig (Unique Content) sein. Während Dublicate Design oder Dublicate Software natürlich kein Problem für Google darstellen, kann Dublicate Content erheblich schaden.
  2. Informationen können nur über Bilder (inklusive Schaubilder, Charts, Videos, GIFs etc.), Ton oder Text übermittelt werden. Während schon Bilder von der Community kritisch beäugt werden, die sich hundertfach im Netz befinden, kommt diese Option beim Content gleich gar nicht in Frage.
  3. Bei Fachartikeln, der wohl auch in 20 Jahren noch wahrhaftesten Möglichkeit, Informationen von Mensch zu Mensch zu übermitteln, kommt es definitiv nicht so sehr auf technische Tricks an (Zahl der relevanten Keywords, Formatierungen etc.) sondern ganz klar auf brillante Inhalte.
Tastatur

Noch gilt die Produktion von Content als nicht massenweise reproduzierbar und schon gar nicht als wiederverwertbar, etwa vergleichbar mit Bildern, Mockups oder Softwaremudulen. Auch lassen sich brillante Texte weder am Fließband noch im Discount-Sektor erzeugen. Content ist entweder treffend, brillant, unterhaltsam, lehrreich oder schädlich.

Diese Fakten zeigen, dass Content bei all den CMS-Systemen und Microservices schlicht nicht diversifizierbar ist und im Regelfall nur einmal für einen Ort im Netz genutzt werden kann, um entsprechendes Gewicht zu erlangen: als Quelle von Aufmerksamkeit um damit den gewünschten wertvollen organischen Traffic zu erreichen. Hochwertige Texte sind und bleiben neben der Sprache das Kommunikationsmittel, mit dem sich für Menschen mehr Informationen präziser und umfassender übermitteln lassen als mit jedem anderen.

Wer sich bilden will, muss lesen. Keine 140 Zeichen, sondern Tausende, vielleicht Abertausende, oder aber zuhören, soweit Informationen als Sprache verfügbar sind.

Auch das Fingerspitzengefühl bei der Zusammensetzung einzelner technischer und inhaltlicher Bausteine, also beim additiven Arrangement ganzheitlicher Strategien, können nur Menschen entwickeln – es lässt sich nicht einfach automatisieren. Die Einzelteile müssen gerade auch aus Sicht guten SEOs als ein ganzheitlicher Vorgang betrachtet und verstanden werden. Beispiele:

  • Basistechnologien wie die vorgenannten CMS-Systeme,
    • Themes und Plug-ins als Teil des Basisauftritts im Internet,
    • individuell programmierte PHP- oder CMS-Snippets, mit denen grafische oder funktionale Details häufig, wenn auch nicht immer durch IT-Experten angepasst werden.
  • Strukturelle Formatierung wie
    • Menüs, Menüführung,
    • Kategorien,
    • Schlagwörter oder Taxonomies,
    • Link- und Ankertexte,
    • interne Linkarchitekturen etc.
  • Inhaltliche Kombinationen aus
    • Bildern, Videos, Animationen, Schaubildern, Charts etc. und
    • vor allem hochwertige (beliebte, unterhaltsame, hilfreiche …) Texte als die Königsklasse und Domäne des Homo sapiens.
  • Externen Kommunikationsmixe wie
    • Social-Media-Marketing und die Frage,
    • wie, was, wann und wo kommuniziert wird sowie
  • SEO-relevante Aufgaben aus den Bereichen:
    • Technical SEO mit zahlreichen einzelnen Onsite- oder Onpage-Handgriffen (Meta Descriptions, Alt-Texten, SERP-Snippets etc.) sowie
    • Emotional SEO mit noch mehr relevanten, teils auch technischen oder rein emotionalen Erwägungen (interne Linkstruktur, holistische Ansätze, Dachthemen, Strategie, Duktus, Textstruktur etc.).

Angebote von Softwareanbietern, Inhalte automatisch in Channels zu posten, ist abstrakt, skurril und ein wenig lächerlich und wird von wenig Erfolg gekrönt bleiben. Social-Media-Marketing ist nämlich keine Einbahnstraße. Der Erfolg ensteht durch die menschliche Kommunikation, nicht durch den Austausch von Infos, die am Ende nur noch Bots untereinander tauschen.

Discount-Content-Dienstleister
sind im Begriff zu scheitern

Auch was die analog zu Kreationen oder Programmen versuchte Automation von Content betrifft, sind die großen Discount-Content-Dienstleister teils jetzt schon gescheitert oder werden es tun, denn dieser Bereich bleibt neben der Zusammensetzung der wie vorgenannt exemplarisch genannten Attribute ein wesentliches Merkmal menschlicher Kreativität bzw. von höchster Expertise.

Der Versuch, das Ding mit gute Inhalten genauso zum Massengeschäft werden zu lassen, war eine Versuchung zu Zeiten großer Unwissenheit über das Thema, ist aktuell jedoch im Begriff zu scheitern. Die Discounter verursachen schon heute unter den Content-Profis, Journalisten und ernsthaften Bloggern aufrichtiges Staunen und Mitleid, insbesondere gegenüber jenen Kunden,

die sich hier an Dosentext und Instant-Content vom Junk-Texter zu verpflegen versuchen. hier gilt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

So darf von Unternehmen, die bereits wissen, dass Content künftig mehr denn je aus vielfältigen Gründen die gewichtigste Währung im Netz sein wird, erwartet werden, dass sie sich gründlich informieren. Wer hier von der Stange einkauft, zahlt teuer, denn Google trackt längst nicht mehr alleine einige Keywords. SEO-Texte sind sogar Webspam. Technical SEO wird in Zeiten der künstlichen Intelligenz des Google-Algorithmus bald schon mehr oder weniger obsolet sein.

Darum müssen SEO-Agenturen jetzt umdenken

Im Ergebnis werden Inhalte, die mit „irgendwelchen“ Keywords geladen sind, so wie leider auch immer noch von einer Vielzahl der SEO-Agenturen empfohlen, insgesamt von Google abgestraft, wenn kein echter Impact zu erkennen ist. Google agiert im Interesse seiner User. Das Produkt: Ihre und unsere Websites.

Um gute Trust- und Impact-Scores zu verifizieren, trackt (verfolgt) Google uns Suchende bis auf die Landingpages und schaut, wie wir uns auf den aus der Suche heraus besuchten Websites verhalten. Ein Text, sagen wir mal 1.000 Wörter (ca. 2 DIN-A4-Seiten), der häufiger nur 30 Sekunden lang oder kürzer betrachtet wird, bevor User wieder abspringen, wird für die zuvor gesuchten Schlüsselwörter (Keywords) oder Suchsätze (Phrasen) abgestraft. Diese „Degradierung“ findet nach einer gewissen Zeit nicht nur für eine Landingpage, sondern gleich für die gesamte Website statt.

Während Kunden mit diesen Problemen kämpfen müssen, sind die SEO-Agenturen mit ihren Honoraren häufig bereits gar nicht mehr tätig und arbeiten sich woanders ab. Auch Content-Discounter haben dann bereits ihre Honorare verdient. Finger weg von solchen Unternehmen, die von vornherein viel versprechen und falsche Hoffnungen wecken. Wir bewegen uns hier in einem Haifischbecken, mögen die Angebote noch so niedlich illustriert oder karikiert daherkommen.

Text: Das große Ganze

Das Umfeld als ein
großes Ding verstehen

Viele Fachgebiete wurden quasi automatisiert, Expertisen automatisiert oder sogar banalisiert. Es braucht heute keine IT-Ausbildung mehr, um eine professionelle Website zu erstellen, und keine grafische Ausbildung, um Designs der Spitzenklasse zu erzeugen. Abgesehen von nach wie vor bestehenden Nachfragen für sehr spezielle Aufgaben.

Wer alles richtig machen will, braucht einen Gesamtüberblick der Möglichkeiten und Trends in seinem Umfeld.

Nicht nur Technologie und Softwares entwickeln sich rasend schnell weiter, sondern auch die Medien und Informationen selber. Viel Fragmentierung oder Spezialisierung.

Erfolg bedingt die interdisziplinäre Zusammenstellung von Teams, um die Zusammenhänge zwischen SEO, Content-Marketing, Social-Media-Marketing, Softwaretrends, Reichweite, Recherche, Ressource und weiteren Entwicklungen als ein großes ganzes Ding zu identifizieren und in diesem extrem volatilen Umfeld die eigene Position, den „Point of Business“ zu finden.

SEO-Relevanz anderer Bereiche
nimmt deutlich zu

Crowdworking-Plattformen, Software-Communitys und Collaboration-Tools sind längst auch SEO-relevant und generieren mit extrem steigender Tendenz direkten Traffic. Sie bestimmen schon heute wesentlich das neue SEO. Eine Aufgabe besteht darin, zu erkennen, dass Softwaremodule, Microservices, produktive Schwarmintelligenz, soziale Dienste, eigene Medien und Dienstleistungen und der eigene Technologiemix mit der Content-Matrix verwachsen sind und am Ende einen Kreislauf bilden, der, so er organisch wächst, umwerfende Impulse für mehr Besucher mit sich führt. Softwares sind auch Communitys, denken wir an Adobe Behance, wo sich Millionen Kreativer, teils hochkarätige Multiplikatoren, tummeln, die viel Wissenswertes liefern, ebenso wie Zehntausende User da draußen.

Die Spreu vom Weizen zu trennen ist ebenfalls eine Aufgabe. Viele SEO- und Marketing-Tools sind schlichtweg für bestimmte Zwecke unbrauchbar, Experten häufig berechnend unehrlich, diverse Investitionen wirklich überflüssig oder Dienstleistungen manchmal sogar gefährlich, wenn am Ende nur schlechte „Impulse“ erzeugt werden.

Zusammenhängendes, knackiges, frisches Wissen suchen Unternehmen im trägen und leider gelegentlich auch satten Agenturgeschäft häufig vergeblich,

sind doch die einzelnen Anbieter auf ihre eigenen Angebotsgalaxien fixiert, ohne dabei das sich ständig bewegende Marktuniversum als Ganzes im Blick zu haben.

Was erst Kreative vor dem Stockfoto, Stockvideo- oder „Stock-Kreativ“-Zeitalter und später auch Informatiker vor der Zeit von WordPress, Zapier, Slackbot und Co. (Stocksoftwareanbieter) in der Wucht häufig nicht kommen sahen, und teils immer noch verwirrt vor diesem Tohuwabohu an Möglichkeiten stehen, erreicht damit auch die SEO-Szene viel schneller als vermutet. Die, man muss es so sagen, derzeit häufig immer noch von der Unwissenheit ihrer Kunden profitiert.

Schnell eine Lanze für exzellente Agenturen gebrochen:

Ich selber kenne nicht wenige SEO- und/oder Kreativagenturen, die hier leuchtende Ausnahmen und Vorbilder sind. Großartige Experten, mit viel Mut und Sachverstand. Wohl denen, die solche Agenturen finden, die ich mit einer Quote von nicht größer als zehn Prozent vom gesamten Agenturmarkt taxiere, so dramatisch ist die Lage da draußen und das muss einmal zum Ausdruck kommen.

Drum prüfe, wer sich auch nur 12 Monate bindet.

Content ist interdisziplinär, bidirektional, kollaborativ, flexibel, ganzheitlich, vernetzt und Ergebnis einer 360-Grad-Betrachtung des Umfeldes, um so zu einer smarten Kommunikationsstrategie zu kommen, die dann gar nicht so kompliziert ist, wie es auf den ersten Blick scheint.