Nachhaltig, im doppelten Sinn

von | 2021 | Marketing

Titelbild: Leiter der Agentur Redeleit und Junker GmbH aus Lüneburg, Benjamin Redeleit (links), und Kreativdirektor Niklas Krone.
Agenturen, die nachhaltig wirken, kreieren sowohl nachhaltige Werte als auch nachhaltige Wirkung: Die Symbiose von Verantwortung, Umweltschutz und Wirkung im Marketing schafft elementare Merkmale der Differenzierung.  
Vielschichtige Drucksache, nachhaltig bei Colour Connection produziert und von Redeleit und Junker gestaltet Wir erzählen eine Story über ein exklusives, wirkungsvolles Druckwerk ‒ vielschichtig, bestmöglich nachhaltig produziert. Und über die Macht von Print, auch im Vergleich zum digitalen Marketing. Das Bild zeigt ein dreidimensionales, multisensorisches, digital gedrucktes Medium. Bild: Redeleit und Junker.

Der Begriffe Digitales Marketing oder Nachhaltiges Marketing liegen im Trend, bleiben aber ohne weitere Konkretisierung diffus. So viel ist beim digitalen Marketing sicher: Texter und Marketers müssen Werbebotschaften brutal kurzfassen, denn im digitalen, insbesondere mobilen Marketing gilt: Ein Wisch und weg – eine Sekunde entscheidet über den Erfolg der digitalen Einblendung, die sich gegen zahllose Status-Beeps, Apps und unzähligen Optionen behaupten muss. Im völligen digitalen Overload, in dem wir vom gemütlichen Scrollen zum eiligen Wischen übergegangen sind, werden viele Headlines vielleicht noch gelesen, aber ohne weiteren Kontext immer seltener behalten und schon gar nicht verstanden.

Headlines sind wie Konzentrate: Wirkungsvoll, doch
ohne „Verlängerung“ mit weiteren Inhalten ungenießbar.

Anfang der 2000er-Jahre entstand in der Medienpsychologie der Begriff Digitale Demenz, der dieses zeitgeistige Phänomen von „viel und trotzdem nichts“ beschreibt und sogar (vgl. Manfred Spitzer) die Intelligenz negativ tangiert. Paradoxerweise stehen diese Trends wie Schnelllebigkeit und immer kürzere Trendzyklen im Kontrast zu dieser flüchtigen Informationsaufnahme. Zwar verändern disruptive Technologien ganze Branchen binnen weniger Jahre oder schaffen sie gleich ganz ab – doch diese immer kürzeren Innovationszyklen, Strategien, Medienformate und Absatzkanäle erfordern mehr denn je tiefgreifendes Lernen und verstehen.

Auch Werbebotschaften müssen in dem Umfeld verstanden werden.

Simplizität ist ein komplexer Prozess

Kreativagenturen bewegen sich in diesem Spannungsfeld: Zeitgeistiges Instant- und Fast-Marketing, Einfachheit, Simplizität bei Prozessen der crossmedialen Verteilung von Botschaften, die heutzutage also immer multimedial funktionieren müssen, und bei alledem wirken sollen. Wirken müssen! Das erfordert Erfahrung. Je einfacher und verständlicher die Botschaft erscheint, desto vielschichtiger war der Entwicklungsprozess.

Dieser Beitrag fokussiert auf Kreativität „made by Homo sapiens“ –

menschengemachte, intelligente, haptische, wirkungsvolle Medien auch im Vergleich zu digitalem Marketing.

Exklusive Drucksache Unter Federführung der Agentur Redeleit und Junker aus Lüneburg entstand bei der Digitaldruckmanufaktur Colour Connection GmbH in Frankfurt ein handgemachtes Druckwerk der Extraklasse.

Wir zoomen auf zwei Premium-Mediendienstleister, um die Power von Print zu veranschaulichen: Die Lüneburger Kreativ-Schmiede Redeleit und Junker GmbH und die Frankfurter Digitaldruck-Manufaktur Colour-Connection GmbH (printweb.de).

Komplexität ist simpel

Generell können auch Laien heutzutage passable Medien-Assets kreieren, eilige Instantdesigns von der digitalen Stange – fix und fertige, raffiniert verschnörkelte Logos und reichlich kreativer Schnickschnack, mit wenigen Klicks, für wenige Euros. Entsprechende Drucksachen können sodann massenhaft zu Discountpreisen im Overnight-Versand geordert werden. Auch dafür braucht es keine Agentur.

So wuchtig (und bedeutungslos) wie diese vielen Headlines in den digitalen Medien dieser Tage, sind immer häufiger leider auch viele Marketing-Assets vom „kreativen“, digitalen Grabbeltisch. Oder die 10.000 Flyer extra, die im Druck kaum mehr als nur 5.000 Stück kosten, weil Systemdrucker auf Masse, nicht auf Wirkung trimmen und getrimmt sind. Einziges Attribut im digitalen Sonderpostenmarkt ist der Preis. Doch gerade der ist bei kreativen Medien, besonders mit Blick auf die Wirkung, absolut irrelevant. Billig, aber wirkungslos? Am Ende sind diese Druckwerke kaum mehr als Imitate wirklicher bzw. wirkender Medien.

Der Missing Link bei der automatisierten
Kreation ist der fehlende werbliche Nährwert.

Professionelle Kreativagenturen liefern diesen elementaren Soul of Creativity, ein passendes Gesamtkonzept also – sie kompilieren Originale, legen Farben, Typos, Designs, Formen, Funktionen wie Schablonen übereinander und finden passende Materialien, die mit der gewollten Botschaft emotional perfekt korrespondieren.

Viele fragen sich, wie es möglich ist, dass Marketing-Produkte und Dienstleistungen laufend besser und zugleich günstiger werden. Die Antwort? Gar nicht!

Die Preise wurden nicht besser, sondern der reale Werbe- oder Nährwert nur durch Illusionen ersetzt. Abgesehen von besseren Preisen, durch effizientere Produktionsmöglichkeiten, werden häufig eben leider nicht die Produkte oder Dienstleistungen besser, sondern nur die Assoziationen von Wertigkeit perfektioniert.

Nehmen wir zur Veranschaulichung die Illusion von Frische und Natürlichkeit eines Erdbeer-Joghurts. Diese Assoziation funktioniert sogar dann noch, wenn das Zeug keine einzige Erdbeere enthält. Oder die Illusion von diesem Käse, den Tiroler Mönche in einem abgelegenen Klosterkeller über Jahre haben reifen lassen, um ihn schließlich auf Schlappen oder mit Eselskarren europaweit an Discounter zu liefern, damit wir ihn dort zum Tiefstpreis von 1,98 Euro kaufen können: Ja, wir Konsumenten lieben einfach diese Matrix:

Besser eine fabelhafte Illusion als ein preisgerechter Nährwert.

Auch Verantwortliche im Marketing waren für lange Zeit in einer Illusion gefangen, aktiviert durch die simple, magische Headline Digitales Marketing. Zwei Worte mit bärenstarker Assoziation von Erfolg und Effizienz in der Werbung: Digital = gut, effizient, trendy. Immer.

Nach der euphorischen, digitalen Begeisterung herrscht Katerstimmung in der Werbebranche. Das musste kommen: Budgetverantwortliche und Werbekunden waren vom Misserfolg genervt und wollten plötzlich mehr wissen – blickten tiefer in die Analysen der ausführenden Digitalagenturen und stellten konkretere Fragen. Die Fachzeitschrift WirtschaftsWoche hat dies schon Ende 2019 unter dem Titel „Marketing leidet unter Burnout“ auf den Punkt gebracht. Zwischenfazit:

Das Marketing-Business ist eben kein Erdbeer-Joghurt!

Es zeigte sich, was die Illusionen von Masse, Billigkeit und Automation im Marketing tatsächlich kostet: erschütternd schlechte Responsequoten, große Streuverluste, immense Peripherie-Kosten (IT, Website, SEO etc.), häufiges Totalversagen beim Social-Marketing und -Selling und Abstürze bei den Zugriffszahlen auf Websites.

Ähnliche Ernüchterung auch bei massenhaft bestellten Discount-Drucksachen. Die Illusion hier: viel und günstig = gut. Drucksachen können heute für ’n Appel und ’n Ei gekauft werden – mit gewaltigen Streuverluste und entsprechend steigenden Portokosten, nebst massenhaft weggeworfenen Drucksachen. Schließlich fragen sich immer mehr Marketers:

„Was war noch gleich das Ziel? Billig zu werben? Oder Wirkung im Sinne von mehr Umsatz zu erzielen?“

Mediengattung: Print oder Digital?

Die Headline Digitales Marketing ist eine illusionistische Worthülse, jedenfalls ohne weitere, zumindest grobe Differenzierung, etwa in:

  • Digitale Organisation,
  • digitale Kommunikation und
  • digitale Werbung

Im organisatorischen Bereich (Shops, CRM, Analysen, etc.) hat sich die Digitalisierung als nützlich erwiesen. Auch in der Kommunikation (Blog, Newsletter, Social-Media, Chats, Kommentare etc.) half die Digitalisierung im Marketing. Eine Erfolgsstory!

In der gehobenen, emotionalen Werbung hat sich die Digitalisierung längst nicht immer bewährt.

Der Status ist vergleichbar mit einer modernen Hightech-Autobahn, über die wir theoretisch schneller ans Ziel kommen. Wenn die neue Piste aber alle nutzen, kommt es zu Stop-and-go. Das passiert gerade im Onlinemarketing. Abgesehen von Ad-Blindness, diesem Advertising-Overload bei Konsumenten, steigen die Preise für gute Werbeflächen, je mehr Unternehmen dieselben Flächen mit denselben Zielsetzungen, durch dieselben Agenturen-Strategien zur selben Zeit nutzen.  Manchmal führen kleinere Straßen schneller zum Ziel, selbst, wenn man langsamer fahren muss.

Exklusive Drucksache, gedruckt bei Colour Connection in Frankfurt Gedruckte Werbung ist dreidimensional, multisensorisch und emotional (be)greifbar. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber digitaler, zweidimensionaler Werbung. Das Stichwort: Multisensorik. Bild: Redeleit und Junker.

Eine bewährte Alternative zur digitalen Direktwerbung ist Print – dabei war es gefühlt gerade noch umgekehrt: Intelligente, analoge Medien, inszeniert mit besonderen Substraten, Formaten, Funktionen und Veredelungen. Wohl dosiert, mit Grips designt, fein abgestimmt, passend zum Leitbild, den Werten und der Haltung des jeweiligen Absenders. Hier greifen keine monoton veredelten Drucksachen des Mass Customization (Paradoxe Definition: Automation von Individualität), sondern nur kreative, passgenaue Unikate.

Charakterstark und idealerweise mit dem Purpose: Nachhaltig und Verantwortung.

Diese erstaunlichen Erfolge von echten, individuellen und raffinierten Drucksachen sind nicht generell als Plädoyer gegen digitale Medien zu verstehen. Vielmehr geht es um die wunderbare Desillusionierung, um die Erkenntnis, dass Nährwert im Marketing nicht durch Masse und digitales Einerlei ersetzt werden kann. Gerade emanzipiert sich die Werbebranche und sucht nach klugen Auswegen, die aus ebendieser digitalen Marketing-Illusion herausführen.

Qualifizierte Agenturen, die den Pfad der Tugenden in puncto Qualität nie zugunsten der digitalen Illusion verlassen haben, analysieren gründlich und nehmen Maß, gerade auch bei Print. Beratung wird nicht als Verkauf definiert, sondern als eine intensive Befragung verstanden:

  • Welches Produkt bzw. welche Dienstleistung sollen promoted werden?
  • An welche Zielgruppe wird adressiert?
  • Struktur des Marktes. Mit welchen Mitteln werben die Marktbegleiter?
  • Welche Budgets stehen zur Verfügung?
  • Welcher Purpose, welche Werte, Leitbilder und Alleinstellungen sollen vermittelt werden?

Bei Print folgt darauf die Harmonisierung von Zielen und Marketing-Assets:

  • Farben, Typografien, Materialien, Formen, Funktionen (z. B. schieben, ziehen, drehen, reißen, rubbeln etc.), Veredelungen, Bildsprache sowie Botschaft und Tonalität.
  • Diversifizierbarkeit von kreativen Bausteinen wie Logos, die für digitale Medien, auf Produkt-Verpackungen, in der Printwerbung, den sozialen Medien etc. funktionieren sollen.
  • Fähigkeit zur Distribution, Viralität und zur Transformation von Botschaften für unterschiedliche Medienformate (Anzeige, Pressemeldung, Blog, Direktwerbung, Newsletter-Marketing, ggf. Video oder Podcast etc.).

Unternehmen, die sich im Sonderpostenmarkt für Marketing-Assets eindecken, stehen häufig vor diesem Berg von viel kreativem Nichts.

Viele hübsche Fragmente, aber kein vollständiges Mosaik.

Dramatisch, denn Produkte und Dienstleistungen verlieren selbst zunehmend ihre Merkmale der Differenzierung im digitalen Nirwana – durch Normen, Effizienzdruck und Automationen. Darum ist eine klare Differenzierung elementar wichtig.

Digitaldruck umweltgerecht mit kleinen, personalisierten, veredelten Auflagen Digitaldruck kann häufig wegen der zielgenauen Auflagen eine umweltgerechte Alternative zum Offsetdruck sein, denn Überproduktionen werden vermieden. Bild: Redeleit und Junker.

Nachhaltige Medien. Nachhaltige Wirkung.

Verbraucher suchen mehr denn je nach Identifikation, Emotionalem, Vertrauen und Greifbarem. Hashtags wie #purpose oder #haltung boomen in den sozialen Medien stark. Kunden suchen nach Sinn und Wahrhaftigkeit, nach Werten. Premium-Agenturen wie die Agentur Redeleit und Junker GmbH aus Lüneburg stehen für Nachhaltigkeit im doppelten Sinne:

  • Einerseits in Bezug auf ebendiese Werte und Emotionen sowie die Gesamtheit bei der Kreation von Medien, also die nachhaltige Wirkung von Botschaften.
  • Andererseits in Bezug auf die Nachhaltigkeit im Sinne der Verantwortung gegenüber der Umwelt, den Menschen, der eigenen Region und der Gesellschaft.

Während eines Gespräches mit dem Geschäftsführer, Benjamin Redeleit, in den Räumen der Agentur, die in der idyllischen Lüneburger Altstadt gelegen ist, sprachen wir über die Digitalisierung und Automation im Marketing versus „made-by-Homo-sapiens“-Kreationen.

„Für so manche Agentur war die Digitalisierung eine echte Komfortzone. Wir sind organisch gewachsen und hatten das Glück, schon immer für sehr anspruchsvolle Kunden zu dienstleisten. Trends sind schön und gut, aber das dürfen Sie nicht mit dem häufigen Silodenken im digitalen Business verwechseln“, sagt der Kreative. Kunden suchten Greifbares und da sei Print natürlich eine vorrangige Option. Der Marketingexperte definiert den Nachhaltigkeitsbegriff für sein Unternehmen mit Verantwortung für die Umwelt und Fairness. Aber auch mit nachhaltiger Wirkung im Marketing, die niemals vollautomatisch sein kann, auch wenn sie manchmal professionell wirkt. Imitate von echter, handgemachter Kreativität sind immer nur Fragmente eines Marketingkonzeptes, nie ein ganzes Bild. Gutes Marketing sei interdisziplinär, häufig gattungsübergreifend.

Also doch digital?

„Wir sind bezüglich der Mediengattung völlig unbefangen“, erklärt Redeleit. Der Leitsatz seiner Agentur: Gut ist, was wirkt. Überhaupt erübrigt sich die Diskussion über die Mediengattung häufig schon von selbst, denn

Print und Digital haben jeweils ihre Domänen.“

Mit Blick auf digitale Medien, haben wir die Stärken bei der Organisastion und in der Verwaltung sowie bei der Kommunikation (E-Mail, Social-Media, Videokonferenzen) bereits benannt. Mit Blick auf Print sind die Vorteile und Domänen von Print ebenso klar definierbar:

  • Werbewirkung: Wie eingangs beschrieben, wirkt Print in vielen Szenarien des Direktmarketings stärker und einprägsamer als Digitale Medien. Die im Neuromarketing als multisensorische Medien bezeichnete Gattung Print hat besonders im Umfeld des flüchtigen, digitalen Rauschens gewaltige Vorteile bei der Emotionalisierung und ist somit häufig deutlich responsestärker.
  • Verpackungen: Natürlich müssen physische Produkte immer auch physische verpackt werden. Dabei sind nachhaltige Kartonnagen oder Materialien aus 100%igem Recyclingpapier optimale Alternativen zum Plastik.
  • Häufig ist Print auch State of the Art, eine Stilfrage: Denken wir an hochwertige Vernissagen, Kunstausstellungen oder Geschäftsberichte, an Kunstkataloge oder Bildbände, Hochzeiten, Geburten oder Beerdigungen, anspruchsvolle Visitenkarten und so weiter.

Dass gedruckte Medien oft schon wegen der Wirkung alternativlos sind, wird anhand von Cases auf der Website der Agentur besonders deutlich. Dort finden sich zwar auch digitale Cases, aber in großer Zahl gerade auch Drucksachen: Dort fanden wir u. a. die kreative Umsetzung eines Relaunches für ein Lifestyle- und Designhotel in der Ski- und Snowboard-Destination Laax rocksresort, eine der nachhaltigsten Freestyle Destinationen in der Schweiz. Für die Naturkostsafterei „Voelkel“ wurde die gesamte LEH-Marke FÜR mit einem Produktportfolio von mehr als 24 Sorten kreiert.

Weitere Projekte reichen von ganzheitlichen Markenentwicklungen, über Packagings bis hin zu Websites – mit vielen Kunden aus den Bereichen Bio-Lebensmittel, Hotellerie und Gastronomie, aber auch verschiedenen mittelständischen Unternehmen.

„Viele Werbeszenarien sind nach wie vor oder sogar stärker denn je durch Printmedien geprägt. Natürlich entwickeln wir auch digitale Medien  – häufig auch mit weiterführenden Features oder speziellen Apps für Interaktionen oder mit kommunikativen Funktionen.“ Für den Edel-Tischler, Jan Cray, entstand eine Website mit passenden Funktionen – eine perfekte digitale Visitenkarte, um die exklusiven mit dem German-Design-Award ausgezeichneten Möbel passend in Szene zu setzen. Aber auch hier standen Drucksachen für besondere Wirkungen und Werbeaktionen ganz oben auf der Wunschliste.

Sind digitale Medien nachhaltiger als gedruckte?

Generell und abschließend: Nachdem seit 40 Jahren die papierlose Welt beschworen wurde, sind die Claims der Mediengattungen heute klar abgesteckt. Auch in puncto Nachhaltigkeit, denn mit Blick auf die Herstellung (nebst Abbau von Rohstoffen), die Entsorgung, den täglichen Stromverbrauch von Endgeräten und den Energiebedarf von Clouddienstleistern, Serverfarmen oder Suchmaschinen, belegt Print häufig auch bei der Ökobilanz den ersten Platz. Für diverse Anwendungsszenarien sprechen also weder die Nachhaltigkeit noch die Wirkung, zum Beispiel als Marketingmittel, generell für digitale Medien.

Benjamin Redeleit und Niklas Krone Agenturleiter Benjamin Redeleit (links) und Kreativdirektor Niklas Krone (rechts): Die Nachhaltigkeit bei der Medienproduktion ist ein USP der Lüneburger Agentur. Das Team berät seine Kunden mit entsprechender Kompetenz, sowohl für digitale als auch haptische Medien. Bild: Redeleit und Junker.

Verantwortung kreativ gestalten

Mit Blick auf die Nachhaltige Medienproduktion haben Agenturen den ersten und grundsätzlich größten Einfluss auf den CO2-Fußabdruck – weit mehr als die Druckereien selbst. Wie umweltgerecht produziert wird, entscheidet sich bei der Kreation, denken wir an:

  • Formate: Häufig können Druckwerke schon durch eine Formatanpassung bis zu 50 Prozent Materialeinsatz (Papier, Karton, Pappe etc.) einsparen.
  • Materialauswahl: Nachhaltige Papiere, z. B. 100%ige Recyclingpapiere, Gras- bzw. Heupapier oder auch Naturkartonagen können sehr charmante, haptisch interessante Werbemittel sein und schonen zugleich die Umwelt.
  • Druckauflagen: Gerade Digitaldruckereien bieten faire Preise für kleinere oder personalisierte Drucksachen an.
  • Mehr Response durch Veredelung und Funktionen: Wer Drucksachen raffiniert und auffällig gestalten, oder mit besonderen Funktionalitäten ausstattet, wird mit weniger Auflage mehr Wirkung (Response) erreichen.
  • Umweltfreundliche Druckereien: Hochwertige, nachhaltige Druckereien fassen ihre Bemühungen im Umweltschutz auf speziellen Umweltwebsites
  • Bestellung on Demand: Durch ein kluges Bestellmanagement, zum Beispiel auch für Filialunternehmen, können durch einen Web-to-Print-Closed-Shop, Überproduktionen vermieden werden. Das spart Geld und schont die Umwelt.

„Einige von uns sind Mütter und Väter. Wir arbeiten in der Stadt, in der unsere Kinder aufwachsen. Wir wollen unser Können für sinnvolles, zweckmäßiges nachhaltiges Wachstum einbringen“, sagt Benjamin Redeleit. Die Agentur ist vollständig klimaneutral und gleicht unvermeidliche Emissionen durch Beteiligungen an Klimaschutzprojekten aus. die Umweltleistungen veröffentlicht die Agentur regelmäßig durch sogenannte Emissionsberichte – und wurde dafür durch die Certified B Corporation zertifiziert.

Das Engagement ist sicher keine Poesie. Angesprochen auf das eigene, gedruckte Magazin Übermagazin kommt der Kreative ins Schwärmen. Print, sagt Redeleit, sei auch eine nachhaltige Alternative zu digitalen Medien, konserviere Botschaften und verschafft ihnen Gewicht und Bedeutung. In dieser hektischen, digitalen Welt sehnen sich Menschen nach sinnlichem Erleben. Individuelle Drucksachen vereinen viele gute Eigenschaften.

It’s Magic

Die beste gedruckte Kreation steht und fällt am Ende mit dem richtigen Partner für die Produktion. Das nachfolgende Druckwerk entstand bei der Digitaldruckmanufaktur Colour-Connection GmbH (printweb.de), eine Digitaldruckmanufaktur, die sich auf sehr individuelle Anfragen spezialisiert hat. So entstand die wohl deutschlandweit größte Sammlung von affiniert produzierten, personalisierte und/oder veredelte Druckwerken, bei deren Anblick viele Betrachter zum ersten Mal realisiert haben dürften, dass solche Medien überhaupt real machbar sind. Medien, die auch umweltgerecht, auf nachhaltigen Papiersorten produziert werden können – stets nach dem ökologischen Leitsatz:

Vermeiden – Reduzieren – Ausgleichen.

Kunden können bei der Frankfurter Digitaldruckmanufaktur zum Beispiel beim Druckprozess nicht vermeidbare C02-Emissionen über die Klimaschutzagentur natureOffice vollständig kompensieren. Der Blick in den Blog von printweb.de lohnt sich. Ein charmanter Vorteil für Agenturen wie Redeleit + Junker ist bei Digitaldruckereien wie printweb.de (Colour Connection GmbH)

das Prinzip von Trail & Error,

Versuch und Irrtum. Ein echter Mehrwert, besonders für die Kunden, die ein angedachtes Gesamtdesign physisch in den Händen halten müssen, um die Wirkung sprichwörtlich selbst zu begreifen. Printbuyer können bei printweb.de einzelne Druckwerke original in Auflage 1 testen, so, wie sie auch der späteren Gesamtauflage entsprechen. Geschäftsführer Ralph Hadem spricht von „Ästhetik des Materials“ und steht umweltorientierten Kreativagenturen wie Redeleit + Junker mit viel Erfahrung zur Seite. „Wir steigern die Wirkung und reduzieren dann häufig die Auflage, drucken dafür aber oftmals mit zusätzlichen Wünschen der Kunden immer neue, maßgeschneiderte Auflagen nach. Da landet kaum was in der Tonne!“ Viele seiner Kunden setzen auf diese Strategie – die das Gegenteil von viel und wirkungslos ist.

Professionell nachhaltigen Druckereien schreiben das „Vermeiden“ an erste Stelle: groß und in Fettschrift!

Und damit schließt sich der Kreis: Die Zukunft im High-End-Marketing findet sich also nicht im vollautomatischen Discountsegment, nicht in den großen, billigen Printauflagen, nicht in der Masse oder bei der totalen Fixierung auf digitale Performance, im Rauschen des digitalen Nirwanas – sondern in einer klugen Mischung aus raffiniert inszenierter Marketing-Assets und der Verschmelzung von Print und digitale Medien. Nachhaltige Wirkung und nachhaltiges Wirken passen optimal in die 2020er Jahre.

Nachhaltige Wirkung und nachhaltiges
Wirken passen optimal in die 2020er Jahre.

Vielschichtiges Druckwerk, kreiert von der Lüneburger Agentur Redeleit und Junger Komplexe Themen einfach und emotional präsentieren. In Kooperation zwischen der Lüneburger Kreativagentur Redeleit und Junger GmbH und der Frankfurter Digitaldruckmanufaktur Colour Connection GmbH entstand ein außergewöhnliches Druckwerk. Bild: Redeleit und Junker.

Drucksache: Vielschichtig nachhaltig

Symbolisch hat die Agentur Redeleit und Junker ein Ei des Kolumbus inszeniert, ein Motto, nach dem wir die Simplizität raffinierter Designs der Mediengattung Print beleuchten. So entstand ein absolutes Meisterwerk des gedruckten Marketings mit dem Titel: Vielschichtig nachhaltig. Dieses Druckwerk ist auch ein Referenz dafür, wie wichtig das Zusammenwirken der Kreativen, in diesem Fall mit den Experten der Druckereien Colour Connection GmbH, war. Es gab diverse Anläufe, in Bezug auf die Stanzungen, diverse Versuche bei den Bindungen, viele Fragen bezüglich nachhaltiger Papiersorten.

Insgesamt fünf Anläufe im Sinne von Trail & Error. „Die Experten von Colour-Connection haben nicht stumpf produziert, was wir geliefert haben, sondern schon in der kreativen Phase Informationen beigetraten, was bei dem nachfolgend beschriebenen Testprojekt gut, was weniger gut oder was gar nicht funktioniert. Dieser Input hat den Entstehungsprozess essenziell beeinflusst“, sagt Niklas Krone, Art Direktor der Agentur Redeleit und Junker.

Drucksache Digitaldruck, gebundenes Werk mit verschiedenen Papiersorten Jede Seite wurde auf einer speziellen Papiersorte gedruckt und zusätzlich in einer eigenen, speziellen Wellenform konturgestanzt. Auf der Rückseite werden die einzelnen Papiersorten beschrieben. Bild: Redeleit und Junker.

„Einerseits sollte die Stärke von Print als Mediengattung herausgestellt werden, also die Wirkungskraft von Print generell. Zudem sollte die erstaunliche, individuelle Produktionstiefe bzw. -flexibilität der Digitaldruckmanufaktur Colour Connection demonstriert werden: denn ohne diese, blieben solche exotischen und raffinierten Druckwerke doch nur fixe Ideen auf dem Reißbrett. Und schließlich lag uns sehr am Herzen, auf die Nachhaltigkeit zu fokussieren, denn unsere Kreativschmiede fokussiert stark auf das Thema Nachhaltigkeit.“

So entstand ein äußerst raffiniertes und nachhaltiges Druckwerk, zunächst in einer kleinen Auflage, gedruckt auf nachhaltigen Papiersorten: 30 Muster, die jederzeit auch für große Auflagen reproduzierbar sind.

„Zugleich nutzen wir dieses Druckwerk als Werbung dafür, dass wir Medien mit sehr viel Charme und Noblesse, hochfunktionell gestalten und mit den richtigen Druckpartnern auch realisieren können – und zwar zudem bestmöglich nachhaltig.

Die Drucksache ist als kleines Heft konzipiert. Jede der 6 innenliegenden Seiten wurde auf einer eigenen, stabilen Kartonage gedruckt, zuzüglich 2 Seiten Umschlag, gedruckt auf Pure Cotton White, 350 g/m²:

  1. Envirotop, 190 g/m²
  2. Circle Offset Premium White, 200 g/m²
  3. Gmund Bio Cycle Stroh, 300 g/m²
  4. Gmund Bio Cycle Hanf, 300 g/m²
  5. Design RC Kraftkarton 350 g/m²
  6. Gmund Bio Cycle, Blattgrün, 350 g/m
Kunturgestanztes Druckwerk in verschiedenen Schichten Dieses PDF zeigt das Druckwerk als Ganzes Druckwerk, wenn auch nur in digitaler Form. Bild: Redeleit und Junker.

Jede dieser Seiten wurde zusätzlich noch in einer eigenen, speziellen Wellenform konturgestanzt. Zugeklappt gleicht das Druckwerk durch die wellenförmigen, unterschiedlich übereinanderliegenden Seiten, besonders auch durch die unterschiedlichen Papierfarben, wie ein Biotop, passend zum Thema Nachhaltigkeit. Schließlich haben wir die Inhalte durch praktische Tipps zur nachhaltigen Medienproduktion ergänzt, um einen zusätzlichen Mehrwert zu stiften.“

Ein Druckwerk, beinahe eine Nötigung

Ohne Frage beeindruckt dieses haptische Medium seine Adressaten, die kaum eine andere Wahl haben, es schon aus Neugierde genauer zu sondieren. Außerdem ist dieses stabile Heft zugleich eine Papiermustersammlung, bietet zahlreiche Tipps zur Nachhaltigen Medienproduktion sowie weiterführende Links zu relevanten Themen. Nachhaltig und als kreative Augenweide konzipiert, ist diese Drucksache top performant und bleibt sicherlich in vielen Regalen der Empfänger stehen.

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Schreiben Sie uns:

Jürgen Zietlow

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Unternehmensberater für nachhaltige Kommunikation

Fachjournalist, Umwelt-Lobbyist | 2005 bis 2017 Chefredakteur Magazin MEDIEN | seit 2010 Analyst für nachhaltige Kommunikation, Social Monitoring/Media | Entwickler LineCore-Methode® (Recherche-/ Redaktionssystem).

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