Einfach wie easy? Interview mit Malte Linneweh, Achilles-Gruppe in Celle

von | 2018 | Marketing |

Heutzutage ist ein schneller, sicherer Kauf von Drucksachen wie Flyer, über  Bestellvorgänge im Internet kein Problem mehr. Wie funktioniert Mass Customization, wenn die Produkte komplexer werden – denken wir an Ordner mit frei gestaltbaren Inhalten mit weitreichenden Veredelungsmöglichkeiten? Malte Linneweh, Leiter Marketing und Kommunikation und verantwortlich für den E-Commerce-Bereich der Achilles Präsentationsprodukte GmbH in Celle, kommt wie kaum einem anderen Manager die Aufgabe zu, teils besonders vielschichtige Print-Produkte digital bestellbar zu machen.
Hinweise: (1) Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche betreffende Bezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht. (2) Dieser redaktioneller Beitrag wurde vom genannten Unternehmen gesponsert.

Website von easyordner.de. Die Achilles-Gruppe liefert ein breites Sortiment bestellbarer Produkte wie Ordner (gerade auch mit Inhalten), Tragetaschen, Mappen oder Schilder. Künftig soll das Angebot an Schachteln und Verpackungen ausgebaut werden, die auch veredelt werden können. Bildquelle: soulofcontent.de.

Malte Linneweh ist für mich einer der interessantesten Manager im Printsektor, denn er hat wie kaum ein anderer in dem Business die Herausforderung angenommen, eine stattliche Palette teils sehr komplexer Drucksachen einfach, simpel und bestellbar ins Digitale zu transformieren – und über einen Druckshop im Internet konfigurier- und bestellbar zu machen.

Die Grenzen zwischen Automation und Handarbeit, zwischen Kreativität und Automation oder Emotion und Effizienz, sind fließend. Am Beispiel easyordner.de, initiiert von der Achilles-Gruppe mit verschiedenen Produktionsbetrieben in Europa und dem Hauptsitz in Celle, lässt sich gut verdeutlichen, wie Automation und Individualität im Onlineprint interagieren können.

Der Leitsatz: „alles was sich digitalisieren lässt, wird auch digitalisiert“ ist prägnant und klingt auf den ersten Blick logisch. Tatsächlich bleibt die völlige Digitalisierung häufig eine Theorie. In der täglichen Praxis da draußen, sind viele Prozesse, besonders in der Produktion und im Service, tatsächlich um einiges vielschichtiger.

Beispiele: Theoretisch ist Mass-Customization, die massenhafte Individualisierung von Produkten, eine tolle Sache. Menschen mögen Individualität. Praktisch scheitert sie häufig daran, dass Kunden nur bis zu einer gewissen Komplexität gerne bereit sind, Produkte in der digitalen Anonymität des Internets, über Editoren zu gestalten.

Der Shop easyordner.de setzt schon hier an und zwängt Kunden keine eierlegende, digitale Wollmilchsau auf. Überall im digitalen Bestellprozess wird deutlicher und präsenter als üblich, auf die Mensch-zu-Mensch-Interaktion verwiesen: Persönlicher Service, wenn es doch mal komplizierter wird. Mir ist der Satz von Lukasz Gadowski, dem Macher von Spreadshirt, im Kopf geblieben:

„People like Customization, but they don’t like to customize“

Noch ein Beispiel: Theoretisch könnte Data-Mining, eine Technologie, die seit 20 Jahren immer wieder mal stärker diskutiert wird, enorme Umsatzpotenziale bergen. Praktisch findet der aktuelle Smart-Data-Trend häufig seine Grenzen etwas oberhalb bestehender Möglichkeiten von CRM-, Kundenmanagement-Systemen.

Der Grund ist, dass es immer auch um die Aufwand-Nutzen-Abwägung geht – denken wir nur an den Datenschutz, die personellen Aufwände für die Datenpflege sowie die Kosten für Technologien, Systemwartungen, Schulungen etc. Außerdem sind die Datenbestände immer nur so gut, wie die Menschen die sie pflegen oder so schlecht, wie die Automaten, die sie sammeln.

Theoretisch könnten Konsumenten über ihre Smartphones sogar Butter, Milch und Eier im Internet kaufen. Die Smartphone-Screens sind praktisch aber häufig viel zu klein. Der Vorteil der praktischen Mobilität, ist häufig der größte Engpass für viele Bereiche des E-Business. Das gilt häufig schon für Preisvergleiche. Umso mehr für Shopping, besonders bei speziellen Print-Sortimenten.

Desktop-Screens haben ihre Vorrangstellung für Einkäufe oder Preisvergleiche im Internet aktuell sogar ausbauen können, schon da Nutzer viele Informationen auf einen Blick betrachten wollen.

Vor zehn Jahren haben mich Digitalisierungs-Freaks für diese Prognose mitleidig beiseite gelegt.

Theoretisch könnten Social-Bots oder sprachgesteuerte Computersysteme, auch Supporter im Druckereisupport heute schon vollautomatisch ersetzen. Praktisch ist das Gespräch von Mensch zu Mensch im Sinne einer gelungenen Customer Experience elementar wichtig. Kunden wünschen persönliche Ansprechpartner in gewissen Situationen – aus emotionalen und aus sachlichen Gründen.

Malte Linneweh kommt jetzt, mehr noch als vielen anderen seiner Kollegen in der Branche, die Aufgabe zu, das richtige Verhältnis zwischen digitalem Service und Persönlichkeit gegenüber den Kunden auszuloten.

Ordner mit USB-Speicher

Ordner mit einem abheftbarem USB-Speicher können in verschiedenen Farben Kombinationen gestaltet werden. Bild: Achilles-Gruppe.

Die Kunst im E-Business, dass Runde und das Eckige zu vereinen

Digital-Evangelisten und Influencer, die oftmals für ihr Werben in Sachen Digitalisierung honoriert werden, pushen das Thema seit Jahren – gelegentlich zu wenig differenziert. Oppositionelle hingegen, beschwören den Untergang der Menschheit durch die Digitalisierung herbei, eine gigantische Arbeitslosigkeit und schließlich die Übernahme der Weltherrschaft durch Roboter.

Selber gestalteter Ordner.

Ringmappe mit genutetem Rücken, 2-fach-Mechanik und sog. Blattniederhalter. Bild: Achilles-Gruppe.

„Mit easyordner.de gelingt Achilles ein gutes Verhältnis zwischen Automation und persönlicher Kundenorientierung.“

Ein ganzer Laden im Pocket-Format

Achilles dienstleistet über verschiedene Standorte in Europa traditionell häufig nahe am Kunden. Schon aufgrund der flexibel kombinierbaren Einzelkomponenten, aus denen sich quasi grenzenlose Endprodukte kreieren lassen. Die Wünsche der Kundschaft sind auch in der Praxis enorm vielschichtig, denken wir nur an ein PoS-Präsentationssystem beispielsweise für einen Hersteller von Parkett-Böden. Ein Verkaufskoffer für den Außendienst, um Fußböden zu präsentieren, der zudem noch stabil genug ist, die CI des Unternehmens wiedergibt und nicht weniger als ein fast vollständiges Ladengeschäft im Pocket- oder Koffer-Format ist?

Sowas wird nicht online, sondern zwischen Menschen entwickelt.

Modernität und Tradition perfekt harmonisiert

Damit vergleichbar sind hochindividuelle Aufträge für die Produktion von Ordnern in verschiedenen (Sonder-)Formaten und/oder mit Registern. Oder mit sonstigen individuellen Inhalten, nebst weiteren Extras wie z. B. USB- oder Kugelschreiber-Halterungen und vieles mehr. Aus Kundensicht ist ein exzellenter, persönlicher Service dann sogar häufig alternativlos.

Selber konfektionierter Ordner
Präsentationsmappe mit eingeklebter Schachtel mit V-Kerbe, 2-facher Ringmechanik und Magnetverschluss zum sicheren Verschließen. Bildquelle: Achilles-Gruppe.

Die fast gelungene Quadratur des Kreises

Aus dieser gewachsenen Tradition der Kundennähe und Kultur der persönlichen Beratung mit Expertise heraus (inklusive dem Bau von Einzel-Produktmustern), hat die Achilles-Gruppe ihre ganz eigenen E-Business-Lösungen entwickelt – und hat sich z. B. mit easyordner.de ohne großes Trompeten stetig vom Umfeld abgesetzt. In den Produktionsstätten begann die Digitalisierung, soweit sinnvoll, schon um die Jahrtausendwende.

Für Malte Linneweh ist die Automation von Produktionsprozessen ein ständiger Vorgang, um effizient und wettbewerbsfähig zu sein. Auch online. Aber vor allem eben nicht um jeden Preis. Digitale Touchpoints zu ihren Kunden, also eine individuelle E-Business-Lösung, haben die Celler Mediendienstleister dann etwas später, ab circa 2008, sehr präzise geplant und dabei auf bewährten Technologien gesetzt.

Das Ziel war stets und bleibt es auch, den oben beschrieben Königsweg zu optimieren: einen praktischen, digitalen 24/7-Bestellprozesse mit dem teils notwendigen und gewünschten Service zu verbinden. Der Übergang in das Achilles-Highend-Segment mit teils brutal komplexen Anforderungen oder riesigen Auflagen soll fließen:

„Wir haben uns gefragt, wie unsere Kunden Produkte wie Ordner, die sehr individuell und komplex ausfallen können, teilweise dennoch 24/7, schnell, sicher und über einfache Bestellprozesse online bestellen können, ohne das Gefühl zu haben, bei weitreichenden Wünschen im digitalen Umfeld alleine dazustehen.“

Die runden Ecken des Quadrates

Die Lösung, die mit easyordner.de seit 2010 laufend weiterentwickelt wird, ist die Idee, das beschriebene Quadratur runder zu machen, frei nach der Quadratur des Kreises. Ein Runden von Ecken also und allzu restriktiven, digitalen Automationen, beispielsweise nur, weil das gerade hipp ist.

Vollautomatisch, quadratisch, praktisch, gut

Wir können heute ein weit gefächertes Sortiment online vollautomatisch bestellen: Mit unseren eigenen Design-Vorlagen, die online schnell als Grundlage für eine Bestellung hochgeladen sind, oder durch fertige und downloadbare Gestaltungsvorlagen, z. B. für InDesign. Daneben kann ein Design-Editor online mit fix und fertigen Vorlagen genutzt werden.

Runder Service, besondere Expertise

Andererseits finden sich Support-Felsen in der digitalen Brandung. So erfahren wir im Bestellprozess, dass die Daten automatisch gecheckt werden. Das ist nichts Besonderes mehr. Gegen einen Aufpreis von fairen 16,00 Euro schaut aber zusätzlich ein Experte nochmals genauer auf die Druckvorlagen und gibt die häufig so heiß gewünschte Sicherheit, die andere ihren Kunden geradezu verweigern.

Kunden, die sich nicht ganz sicher bezüglich ihrer Gestaltungsvorlagen sind, nutzen die Erfahrung der Kreativen vom Achilles-Team sehr häufig über den Gestaltungs- und Datenservice.

Die Palette ist außergewöhnlich umfangreich und tief individualisierbar. Neben Ordner-Systemen, fand ich bei easyordner.de Schachteln und Boxen, Schreib- und Präsentationsmappen, Tragetaschen, Schilder und einiges mehr. Alles nicht gerade Print von der Stange.

Und nochmal Service: Kunden dürfte gefallen, dass Ordner-Systeme auf Wunsch fix und fertig konfektioniert werden. Wer 500 Ordner mit Registern und losen Blättern bestellt, weiß diesen Service sicher zu schätzen.

Auch hier sind es keine Bots, sondern Menschen, die dann Register in Ordner heften und dazwischen lose Blätter. Maschinen gibt es dafür nämlich keine.

Auswahl aus dem Sortiment des Druckshops easyordner.de. Bildquelle: Achilles-Gruppe.

easyordner.de expandiert seit acht Jahren

Die Produktpalette und Serviceleistungen wurden seit 2010 laufend erneuert und erweitert. Malte Linneweh, der das Projekt easyordner.de seit Anfang 2018 leitet, berichtet uns gegenüber, dass auch dieses Jahr weitere Services und Produkte integriert werden. Beispielsweise können Kunden in naher Zukunft Produkte aus einem großen Sortiment buchbinderischer Verpackungen und Schachteln nebst Veredelungen konfigurieren und bestellen.

Ein absoluter Kernbereich der Achilles-Gruppe, der jetzt ins digitale Umfeld projiziert wird. In kürze werden schon die ersten neuen Verpackungen ins Sortiment aufgenommen. Abermals also Produkte, die gerade in besonderen Ausführungen, online nicht mit vier Klicks zu haben sind. Für mich besonders spannend, dass der Dienstleister hier konsequent an seiner 80-jährigen handwerklichen Traditionen und an seinem Kern-Business festhält.

Digitalisierung und E-Business gelingen ohne Verluste im Service und der persönlichen Expertise, wenn es darauf ankommt.

Interview mit Malte Linneweh

Malte Linneweh

Malte Linneweh, Leiter Marketing und Kommunikation, Werner Achilles GmbH & Co.KG. Bildquelle: Achilles-Gruppe.

Wie geht das, Tradition auf der einen Seite und andererseits ein digitales Sortiment dieses Umfanges mit weitreichenden Bestellmöglichkeiten unter einen Hut zu bringen? Lohnt sich der Aufwand? Sind Handarbeit und die persönlichen Services eine besondere Alleinstellung?

Das wollte ich von Malte Linneweh wissen, der easyordner.de in den nächsten Jahren für einen Berg von Anforderungen fit macht, wobei ich gespannt bin, wie er dieses vorbeschriebene Abwägen umsetzt.

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Damit vergleichbar sind hochindividuelle Aufträge für die Produktion von Ordnern in verschiedenen (Sonder-)Formaten und/oder mit Registern. Oder mit sonstigen individuellen Inhalten, nebst weiteren Extras wie z. B. USB- oder Kugelschreiber-Halterungen und vieles mehr. Aus Kundensicht ist ein exzellenter, persönlicher Service dann sogar häufig alternativlos.

Selber konfektionierter Ordner
Präsentationsmappe mit eingeklebter Schachtel mit V-Kerbe, 2-facher Ringmechanik und Magnetverschluss zum sicheren Verschließen. Bildquelle: Achilles-Gruppe.

Die fast gelungene Quadratur des Kreises

Aus dieser gewachsenen Tradition der Kundennähe und Kultur der persönlichen Beratung mit Expertise heraus (inklusive dem Bau von Einzel-Produktmustern), hat die Achilles-Gruppe ihre ganz eigenen E-Business-Lösungen entwickelt – und hat sich z. B. mit easyordner.de ohne großes Trompeten stetig vom Umfeld abgesetzt. In den Produktionsstätten begann die Digitalisierung, soweit sinnvoll, schon um die Jahrtausendwende.

Für Malte Linneweh ist die Automation von Produktionsprozessen ein ständiger Vorgang, um effizient und wettbewerbsfähig zu sein. Auch online. Aber vor allem eben nicht um jeden Preis. Digitale Touchpoints zu ihren Kunden, also eine individuelle E-Business-Lösung, haben die Celler Mediendienstleister dann etwas später, ab circa 2008, sehr präzise geplant und dabei auf bewährten Technologien gesetzt.

Das Ziel war stets und bleibt es auch, den oben beschrieben Königsweg zu optimieren: einen praktischen, digitalen 24/7-Bestellprozesse mit dem teils notwendigen und gewünschten Service zu verbinden. Der Übergang in das Achilles-Highend-Segment mit teils brutal komplexen Anforderungen oder riesigen Auflagen soll fließen:

„Wir haben uns gefragt, wie unsere Kunden Produkte wie Ordner, die sehr individuell und komplex ausfallen können, teilweise dennoch 24/7, schnell, sicher und über einfache Bestellprozesse online bestellen können, ohne das Gefühl zu haben, bei weitreichenden Wünschen im digitalen Umfeld alleine dazustehen.“

Die runden Ecken des Quadrates

Die Lösung, die mit easyordner.de seit 2010 laufend weiterentwickelt wird, ist die Idee, das beschriebene Quadratur runder zu machen, frei nach der Quadratur des Kreises. Ein Runden von Ecken also und allzu restriktiven, digitalen Automationen, beispielsweise nur, weil das gerade hipp ist.

Vollautomatisch, quadratisch, praktisch, gut

Wir können heute ein weit gefächertes Sortiment online vollautomatisch bestellen: Mit unseren eigenen Design-Vorlagen, die online schnell als Grundlage für eine Bestellung hochgeladen sind, oder durch fertige und downloadbare Gestaltungsvorlagen, z. B. für InDesign. Daneben kann ein Design-Editor online mit fix und fertigen Vorlagen genutzt werden.

Runder Service, besondere Expertise

Andererseits finden sich Support-Felsen in der digitalen Brandung. So erfahren wir im Bestellprozess, dass die Daten automatisch gecheckt werden. Das ist nichts Besonderes mehr. Gegen einen Aufpreis von fairen 16,00 Euro schaut aber zusätzlich ein Experte nochmals genauer auf die Druckvorlagen und gibt die häufig so heiß gewünschte Sicherheit, die andere ihren Kunden geradezu verweigern.

Kunden, die sich nicht ganz sicher bezüglich ihrer Gestaltungsvorlagen sind, nutzen die Erfahrung der Kreativen vom Achilles-Team sehr häufig über den Gestaltungs- und Datenservice.

Die Palette ist außergewöhnlich umfangreich und tief individualisierbar. Neben Ordner-Systemen, fand ich bei easyordner.de Schachteln und Boxen, Schreib- und Präsentationsmappen, Tragetaschen, Schilder und einiges mehr. Alles nicht gerade Print von der Stange.

Und nochmal Service: Kunden dürfte gefallen, dass Ordner-Systeme auf Wunsch fix und fertig konfektioniert werden. Wer 500 Ordner mit Registern und losen Blättern bestellt, weiß diesen Service sicher zu schätzen.

Auch hier sind es keine Bots, sondern Menschen, die dann Register in Ordner heften und dazwischen lose Blätter. Maschinen gibt es dafür nämlich keine.

Auswahl aus dem Sortiment des Druckshops easyordner.de. Bildquelle: Achilles-Gruppe.

easyordner.de expandiert seit acht Jahren

Die Produktpalette und Serviceleistungen wurden seit 2010 laufend erneuert und erweitert. Malte Linneweh, der das Projekt easyordner.de seit Anfang 2018 leitet, berichtet uns gegenüber, dass auch dieses Jahr weitere Services und Produkte integriert werden. Beispielsweise können Kunden in naher Zukunft Produkte aus einem großen Sortiment buchbinderischer Verpackungen und Schachteln nebst Veredelungen konfigurieren und bestellen.

Ein absoluter Kernbereich der Achilles-Gruppe, der jetzt ins digitale Umfeld projiziert wird. In kürze werden schon die ersten neuen Verpackungen ins Sortiment aufgenommen. Abermals also Produkte, die gerade in besonderen Ausführungen, online nicht mit vier Klicks zu haben sind. Für mich besonders spannend, dass der Dienstleister hier konsequent an seiner 80-jährigen handwerklichen Traditionen und an seinem Kern-Business festhält.

Digitalisierung und E-Business gelingen ohne Verluste im Service und der persönlichen Expertise, wenn es darauf ankommt.

Interview mit Malte Linneweh

Malte Linneweh

Malte Linneweh, Leiter Marketing und Kommunikation, Werner Achilles GmbH & Co.KG. Bildquelle: Achilles-Gruppe.

Wie geht das, Tradition auf der einen Seite und andererseits ein digitales Sortiment dieses Umfanges mit weitreichenden Bestellmöglichkeiten unter einen Hut zu bringen? Lohnt sich der Aufwand? Sind Handarbeit und die persönlichen Services eine besondere Alleinstellung?

Das wollte ich von Malte Linneweh wissen, der easyordner.de in den nächsten Jahren für einen Berg von Anforderungen fit macht, wobei ich gespannt bin, wie er dieses vorbeschriebene Abwägen umsetzt.

Wie kam es 2010 zu dem Entschluss, zunächst Ordner als ein Kernprodukt von „Achilles präsentiert“ mit derart weitreichenden Bestellmöglichkeiten ins Netz zu stellen?

Malte Linneweh: Wir erkannten, dass der Trend an individuellen Produkten laufend stieg. Uns war bewusst, dass der Vertrieb von diversen Produkten über das Internet neben dem klassischen Vertrieb eine große Chance bietet – beispielsweise „den klassischen Ordner“, unser Kernprodukt, auch online vertreiben zu können. Zudem haben wir auf eine Verringerung der Administration bei Kleinauflagen gesetzt, was unseren Kunden durch bessere Preise zugutekam. Die Basis-Idee war, einen Shop sowohl für den B2B- als auch für den B2C-Bereich aufzubauen. Darum haben wir in der ersten Version des Shops auf beide Bereiche gleichermaßen gesetzt. Später vollzog sich ein Wandel sehr stark in Richtung B2B.

Die Achilles-Gruppe ist ein Dienstleister mit fast 80-jähriger Tradition und teils äußerst individuellen Aufträgen, denken wir nur einmal an ein Präsentationssystem für Exponate wie Parkette oder Fliesen. Wie lässt sich das online abbilden? 

Malte Linneweh: Mit dieser Aufgabe haben wir uns lange beschäftigt. Wir haben daher zu Beginn einen Standard definiert, in dem sich der Kunde gut und sicher „bewegen kann“. So war der Shop anfangs auf einige wenige Produkte beschränkt. Somit konnten wir verifizieren und prüfen, ob unsere Kunden diese Produkte annehmen. Damit konnten wir unser Angebot über die Jahre stetig im Interesse der Kundenwünsche ausbauen. Unsere fast grenzenlose Vielfalt lässt sich derzeit natürlich nicht vollständig abbilden (und lächelt), dafür sind viele unserer Produktvarianten viel zu speziell und benötigen die persönliche Betreuung mit viel Expertise und mit eventueller Bemusterung bzw. häufig auch mit Kundenbesuch. Durch die rasant wachsende Technik ist die Erweiterung zukünftig jedoch in weitreichenderen Ausführungen denkbar und geplant. Man denke nur an 3D-Darstellungen und Softwarelösungen im Bereich von Editoren. Damit möchten wir in der Zukunft ein großes Segment an komplizierten Ordnerlösungen und Verpackungslösungen abbilden.

Erwarten besonders Ihre Kunden nicht den gewohnten, persönlichen Service mit Expertise? Ggf. sogar ein Dummy, bevor größere Auflagen in Serie gehen?

Malte Linneweh: Das ist von Kunde zu Kunde unterschiedlich. Im Normalfall schätzt der Kunde die Möglichkeit, sich seinen Ordner jederzeit selbst konfigurieren und direkt bestellen zu können bzw. vorher auch sofort einen Preis zu bekommen. Besonders auch die reduzierten Lieferzeiten und schließlich die besseren Preise sind gewichtige Argumente für unsere Kunden. Im Grunde ist der persönliche Service für Bestellungen im Standardbereich häufig gar nicht nötig. Die Auflagen rangieren bei selten mehr als 1.000 Stück, wobei unsere Online-Kunden ihre Produkte gut kennen und konfigurieren können. Wenn dennoch Muster gewünscht werden, profitieren unsere Kunden durch den Musterservice. Anhand vergleichbarer oder genau identischer Ordner aus unseren Bestand, können sich Kunden direkt von der Qualität und Beschaffenheit überzeugen. Zum Serviceumfang zählen auch ein Gestaltungsservice sowie ein erweiterter Druckdatencheck. der gegen geringen Aufpreis dazu gebucht werden kann. Für viele Kunden ist dieser Service wie eine Versicherung.

Wie sicher können digitale Bestellungen gerade bei komplexeren Produkten wie Ordnern mit Inhalten, wie losen Blättern oder z. B. bei Boxen oder Schachteln etc. sicher abgewickelt werden?

Malte Linneweh: Unsere Kunden können für sämtliche Produkte auf präzise Layoutvorlagen zurückgreifen, die zum Download bereitstehen. Dort sind die Formate exakt voreingestellt: Nutrillen, Stanzen, Beschnittzugabe usw. sind sofort erkennbar. Wir arbeiten derzeit an einer Lösung, damit unsere Onlinekunden auch die hochgeladenen Druckdaten visualisieren können, um sich vor der Bestellung nochmals zu vergewissern wie das fertig und individuell gestaltete Produkt aussieht.

Und wenn Kunden wirklich ganz sicher gehen wollen?

Malte Linneweh: Wie schon erwähnt, bieten wir einen gründlichen Druckdatencheck, den „Druckdatencheck plus“ gegen die Selbstkosten von 16,00 Euro an. Hier schauen unsere Experten auf die Druckbarkeit der Vorlagen. Wenn ein Kunde unsicher ist, kann sogar ein individuelles Vorabmuster bestellt werden, soweit sich dies mit dem Termin für die Fertigung vereinbaren lässt. Wir produzieren solche Muster im Digitaldruck. Gegen einen kleinen Aufpreis fertigen wir solche Muster sogar im Offsetdruck an. Manchmal ist das gewünscht, soweit die Gesamtauflage ebenfalls mit Offsetmaschinen gedruckt werden soll. In dem Fall bekommt der Kunde also ein Muster seines original fertigen Produktes in die Hände.

Damit wird deutlich, wie wichtig inmitten der Digitalisierung persönliche Beratung und menschliche Erfahrungen immer noch sind und wohl auch bleiben!?

Malte Linneweh: Wir legen trotz Onlinegeschäft höchsten Wert auf die Qualität und werden dem Wunsch nach persönlicher Beratung gegenüber allen Kunden gerecht, die das von uns erwarten. Unser Leitsatz: nur ein zufriedener Kunde bestellt wieder. Die Druckdaten durchlaufen zudem immer einen automatischen Check, bezogen auf Qualität und Format. Fehler bei der Datenanlage werden schon dadurch erkannt und dem Besteller automatisch mitgeteilt. Durch den erwähnten Druckdatencheck „plus“ checken wir manuell auf Herz und Nieren. Hier sind wir in der Tat wieder beim Menschen bzw. unseren Experten, die mit wachsender Komplexität der Produkte, mehr mögliche Fehler oder besser: Optimierungspotenziale erkennen. Selbst im Vergleich mit noch so raffinierten digitalen Prüfungsprozessen. Zum Beispiel ist ein Text im Kanteneinschlag, Inhalte, die darüber hinausragen, ungünstig platzierte Gestaltungselemente im Nietbereich oder im Griffloch und so weiter. Nach aller Erfahrung hat sich unsere Strategie der digitalisierten Bestellung über das Internet bestätigt. Die wenigsten Kunden fragen nach. Bestellungen laufen reibungslos und die Reklamationsquote liegt bei unter 1,5 Prozent.

Das papierlose Büro wird seit über 30 Jahren diskutiert. Viele zeigten sich damals überzeugt, dass es schon in wenigen Jahren kaum noch Papier zum Verwalten oder Ordnen geben würde. Die Realität ist eine andere. Wir erklären Sie sich das? 

Malte Linneweh: Es wird immer wieder übersehen, dass es eine gewisse Personengruppe gibt, die nach wie vor fest auf Papier setzt und Informationen lieber analog ablegt und ordnet als digital. Mit Daten verhält es sich teilweise ebenso, nehmen wir nur einmal den Datenskandal von Facebook. Da stellt sich die Frage, wie sicher unsere Daten im Netz tatsächlich sind. Daneben gibt es reichlich praktische Gründe und natürlich auch gesetzliche Anforderungen, für die eine analoge Ablage ohne Alternativen sind. Zum Beispiel ist nach wie vor Pflicht, diverse amtliche Dokumente in Schriftform aufzubewahren. In vielen Fällen kann bei Gericht z. B. die digitale Version eines Vertrages bestritten werden, während ein echtes Dokument als Beweisstück anerkannt wird. Weitere Anforderungen sind komplexe Anleitungen, z. B. für Maschinen. Stellen Sie sich einmal die 150-seitige Anleitung für eine Heizungsanlage in einem Keller vor. Schwierig, diese auf einem Smartphone abzurufen und dann auch noch darin zu blättern. Auch bei Bewerbungen gilt der Grundsatz, dass die gedruckte Variante immer noch als stilvoller und hochwertiger bewertet wird. Zudem wird die gedruckte Form immer noch grundsätzlich im persönlichen Gespräch verlangt.

Für welche Zwecke werden Ordnersysteme oder auch Boxen und Schachteln hauptsächlich bestellt? 

Malte Linneweh: Bei Ordnern sind es sehr stark gebrandete individuelle Firmenordner, gefolgt von individuellen Kundenordnern für die die unterschiedlichsten Anlässe. Boxen und Schachteln werden sehr häufig als Bestandteil einer Marketingkampagne eingesetzt.

Sie bauen das Sortiment von easyordner.de ständig aus. Seit 2010 kamen jedes Jahr neue Produkte oder Produktgruppen bzw. Services dazu. Nach welchen Kriterien ist die Auswahl erfolgt?

Malte Linneweh: Dieser Prozess ist sehr vielschichtig. Haben Sie den Rest des Tages Zeit (und lacht)? Nur kurz: Zuallererst steht der Kundennutzen im Fokus, was bei uns mehr ist, als ein hohler Slogan, sondern gelebte Unternehmenskultur. Wir analysieren: Was wird nachgefragt, welche Komponenten möchten die Printbuyer 24/7 schnell und einfach bestellen können? Aber auch, ab wann es sinnvoll ist, häufig nachgefragte Produkte über einen Bestellprozess anzubieten und in wie weit wir welche Angebote wie mit welchen Services ergänzen müssten. Die Ergebnisse dieser Analyse gleichen wir mit den Möglichkeiten unserer Produktion ab und schauen, ob wir die Komponenten wirtschaftlich und vor allem selber produzieren können. Sodann bildet sich eine Bepreisung heraus sowie eine mögliche Palette, die online im Shop angeboten werden kann.

Können Sie mir schon etwas verraten, welche neuen Produkte können Ihre Kunden dahingehend in der Zukunft erwarten? 

Malte Linneweh: Die Details muss ich Ihnen jedenfalls für das Interview ein Stück weit noch vorenthalten. Aber vielleicht so viel: Unsere Kunden profitieren schon in Kürze durch einige interessante Modernisierungen und Highlights: Unsere Online-Stammkunden werden sich über deutlich verbesserte Möglichkeiten freuen, Produkte noch einfacher selber zu konfigurieren, gerade auch in komplexere Bereich hinein, die bisher online eher als nicht oder nur schwer konfigurierbar galten. Zudem werden wir unsere Produktpalette weiter ausbauen. Wir liefern in den nächsten Monaten ein kleines Feuerwerk an neuen Produktinnovationen. Gerade mit Fokus auf den Verpackungsbereich, sind einige neue Produkte geplant, die zusätzlich auch weitreichend veredelt werden können.

Das produzieren Sie alles inhouse?

Malte Linneweh: Ganz kurz: Ja. Nur sehr selten ergibt sich aufgrund besonderer Anforderungen, dass wir einen externen Dienstleister beauftragen, z. B. für solche Drucksachen, die wir formattechnisch nicht abwickeln können.

Ist die Handarbeit bei der Produktion, sind also die Produktionsschritte, die sich nicht vollautomatisch abbilden lassen, eine besondere Alleinstellung?

Malte Linneweh: Schon kleine Stückzahlen erfordern ja quasi immer Handarbeit. Ein Muster oder Auflagen bis z. B. zehn Stück sind über große Maschinen gar nicht wirtschaftlich produzierbar. Natürlich sind besondere Konfektionierungen auch größerer Auflagen eine Spezialität der Achilles-Gruppe, wie auch beim Konfektionieren von komplexen Präsentationssystemen. Ein ganz besonderer Service und tatsächliche eine gewichtige Abgrenzung vom Marktumfeld ist unser Service, Ordner stets fertig zusammengestellt auszuliefern. Stellen Sie sich vor, Sie bestellen 1.000 Ordner mit losen Blättern und Registern. Bei uns bekommen sie auf Wunsch die fix und fertigen Ordner geliefert, anstelle einzelner Bestandteile, die sie dann noch selber über viele Stunden zusammensetzen müssen.

Das ist in der Tat eine klare Abgrenzung. By the way, Herr Linneweh: Viele verwandte Druckdienstleister können oder wollen das alles gar nicht leisten oder liefern, würden Ihre Palette aber sicher gerne vermarkten. 

Malte Linneweh: Sie sprechen Wiederverkäufer an? Wir arbeiten seit Jahren mit diversen Druckereien zusammen, die unsere Palette über verschiedene Technologien teils oder fast vollständig anbieten. Jeder Wiederverkäufer kann auf unsere volle Partnerschaft und einen exzellenten Key-Account setzen – uns sind kleine wie umsatzstarke Partner gleichermaßen wichtig. Wenn mehr als 10.000,00 Euro im Jahr umgesetzt werden, gewähren wir zudem weitere Nachlässe auf unsere günstigen Onlinepreise.

Wie würden Sie die folgenden Sätze ergänzen?

Unser Unternehmen wird in 10 Jahren …

Malte Linneweh: … hochmoderne Bestellprozesse auch für sehr komplexe Produkte anbieten und seinen Kunden nach wie vor den traditionellen, exzellenten, persönlichen Service nicht vorenthalten.

Ordner werden in 20 Jahren …

Malte Linneweh: … immer noch für diverse Anwendungen benötigt und unsererseits in sehr vielschichtigen Komponenten angeboten.

Schachteln werden in 20 Jahren …

Malte Linneweh: … nichts von ihrer gegenwärtigen Bedeutung verlieren. Eher im Gegenteil, sowohl für den Onlinehandel als auch im stationären Einzelhandel, jeweils am PoS, maßgeblich über den Erfolg von Produkten entscheiden.

easyordner wird in den nächsten zwei Jahren …

Malte Linneweh: … weiter mit einem sehr vielschichtigen Angebot besonderer Produkte und neuer Dienstleistungen wachsen.

Vielen Dank!

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